Widnau ist im Cupfinal

FAUSTBALL. Faustball Widnau hat es geschafft: Mit einem 5:1-Sieg (11:6, 11:7, 15:13, 11:4, 5:11, 11:7) wurde der «kleine Bruder» STV Walzenhausen im Cup-Halbfinal auf der Franzenweid bezwungen.

Gerhard Huber
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Nach dem Spiel waren beide Teams, die sich durch gemeinsame Trainings bestens kennen, mit ihren Leistungen zufrieden. (Bild: Ulrike Huber)

Nach dem Spiel waren beide Teams, die sich durch gemeinsame Trainings bestens kennen, mit ihren Leistungen zufrieden. (Bild: Ulrike Huber)

Faustball-Legende Cyrill «Fausto» Schreiber konnte an diesem Abend auf der Walzenhausener Franzenweid nur gewinnen. Entweder als Spieler von Faustball Widnau oder als Trainer des STV Walzenhausen. Dieser hatte ja in den Vorrunden zum Schweizer Faustball-Cup sensationell die Nationalliga-A-Mannschaften aus Elgg-Ettenhausen und Olten bezwungen. Sensationell, weil die Walzenhausener ja zwei Ligen tiefer in der 1. Liga spielen. So trafen im Halbfinal jene beiden Teams aufeinander, die seit einigen Jahren eine Trainingsgemeinschaft bilden.

Mächtige Schmetterschläge

In den ersten beiden Sätzen auf der Franzenweid – wie ein Zuschauer treffend bemerkte, das schönste Kleinstadion der Welt –, vor einer erfreulichen Zuschauerkulisse von 170 Faustballfreunden, stellte der aktuelle Europacup-Sieger Widnau gleich einmal die Kräfteverhältnisse klar. Die Satzgewinne mit 11:6 und 11:7 waren eine deutliche Ansage. Die beiden Offensivleute Cyrill Schreiber und Juliano Fontoura hämmerten mächtige Schmetterschläge in des Gegners Hälfte.

Der dritte Satz begann bereits mit einem tollen Ballwechsel. Fünfmal konnten die gut gespielten Angriffe von gut und glücklich agierenden Defensivleuten auf beiden Seiten pariert werden, bis die Walzenhausener diesen Punkt machten. Und daraufhin den ganzen Satz in einem euphorisierten, auf hohem Niveau stehenden Spiel ausgeglichen gestalteten. Mit Trommeln und Glocken unterstützt von den lautstarken Zuschauern gelang es Remo Pinchera und Co., sich mit dem grossen Bruder aus Widnau ein Duell auf Augenhöhe zu liefern. Erst nach einem wahren Aufschlagduell zwischen Juliano Fontoura und Remo Pinchera konnten die Widnauer diesen Satz mit 15:13 für sich entscheiden.

Individuelle Klasse entschied

Der nächste Satz gehörte mit 11:4 Punkten klar den Widnauern, die dann allerdings im 5. Satz gegen das aufopferungsvoll kämpfende und nie nachlassende junge Walzenhauser Team offensichtliche Motivationsprobleme bekamen. Reihenweise wurden grobe Eigenfehler produziert, was mit 11:5 Punkten zum einzigen Satzgewinn des Gastgebers führte. Doch dann war es auch gleich wieder vorbei mit der Herrlichkeit auf der Franzenweid. Die grössere Erfahrung und individuelle Klasse der Widnauer wurde von diesen zum klaren 11:7-Satzerfolg und damit zum Gesamtsieg mit 5:1 Sätzen genutzt.

Widnau im Cupfinal

Walzenhausen-Trainer Cyrill Schreiber, mit Faustball Widnau als Spieler zugleich einer der Gewinner, analysierte das Spiel gelassen: «Meine Jungs vom STV Walzenhausen können mehr, als sie heute gezeigt haben. Gegen die NLA-Mannschaften haben sie im Achtel- und im Viertelfinal gezeigt, wo sie wirklich stehen. Diese Entwicklung ist super erfreulich, sind sie doch als 1.-Liga-Mannschaft bis in den Halbfinal gekommen. Und der Anspruch von Faustball Widnau als Europacup-Sieger muss es nun einmal sein, den Schweizer Cupfinal zu erreichen.»

Der Finalgegner wird am kommenden Sonntag zwischen Wigoltingen und Diepoldsau-Schmitter ermittelt.

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