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WIDNAU: Humorvoll durchorganisiert

Im Kino war Niklaus Köppel noch nie. «Man muss nicht alles schon kennen», sagt der Kandidat für das Schulpräsidium. Er ist ein Hiesiger und Franza-Tonis-Wicka-Seppa-Seppa-Buab.
Gert Bruderer

Gert Bruderer

Niklaus Köppel, der das kurze Nik vorzieht, hat etwas Schalkhaftes, strahlt eine tiefe Zufriedenheit aus und sagt irgendwann im Gespräch wie zur Bestätigung den Satz: «Dadurch, dass es im Leben toll läuft, fühle ich mich bodenständig, sattelfest.»

Nik Köppel ist seit 13 Jahren mit Natalia verheiratet, einer Ukrainerin. Sieht er Cheraina und Widana, seine beiden Töchter (7 und 5), am Baum klettern, gibt ihm dies ein Glücksgefühl. Den schulischen Druck auf die Klein­sten sähe er grundsätzlich gern etwas gelockert.

Er selbst blickt auf eine «sehr schöne Kindheit» zurück. Wochenende und Ferien hat er oft beim Götti auf dem Bauernhof verbracht, er hat gemistet, und er hat gesehen, wo die Produkte herkommen.

Fast alles kann er flicken

Der einzige Dämpfer in der ei­genen beruflichen Entwicklung stand am Anfang. Nachdem es mit der Kanti-Aufnahmeprüfung nicht geklappt hatte, wurde Nik Köppel zunächst Elektroniker mit Berufsmatura.

Das gymnasiale Rüstzeug beschaffte er sich mit der Zweitwegmatura, an der Fachhochschule wurde er anschliessend Ingenieur in Elektrotechnik/Elektronik, ehe er die bislang letzte ­Ausbildung genoss – und Berufsschullehrer wurde. Die Lehrtätigkeit, sagt Nik Köppel, habe er schon während der Lehre im Sinn gehabt. Zuerst eine Lehre zu ­machen, sei richtig gewesen, er habe stets gern mit den Händen gearbeitet und könne fast alles selbst flicken; fürs Garagentor hat er den elektronischen Code entwickelt.

Inzwischen hat er aufgestartet

Als er vor vier Jahren erstmals ­gefragt wurde, ob er Schulrat werden wolle, war er beruflich «am Aufstarten». Er verneinte damals, die Familie ging vor. Inzwischen ist er Schulratsmitglied mit je einer Tochter in der zweiten Klasse und im zweiten Kindergartenjahr. Was er als Schulrat erlebte und lernte, ermunterte ihn, für das Präsidium zu kandidieren.

Nik Köppel ist durchorganisiert, verfährt nach dem Prinzip, das Geforderte selbst vorzuleben, bezeichnet sich als zielgerichtet, hilfsbereit und ausgeglichen. Seine Tagespläne stellt er seinen Schülern immer zur Verfügung, denn sie sollen wissen, was sie zu erwarten haben.

Kann er auch hinstehen vor zwei- oder dreihundert Leute und reden? Schon lange vor der Podiumsdiskussion kam sein «Jo sicher» wie aus der Kanone geschossen, er lächelte schelmisch dazu und bewies dann, am 25. Januar, öffentlich Selbstsicherheit. Lampenfieber kennt er nicht. Er sagt, es komme auf die Vorbereitung an.

Bis zur Lehre war Nik Köppel Ministrantenleiter, sechs Jahre lang. Er entstammt einer Arbeiterfamilie, die Mutter – eine Köppel-Kränzlin – gab Religionsunterricht und gehörte dem Kirchenverwaltungsrat an, Ressort Kathrinahus.

Alle zwei, drei Wochen besucht Nik Köppel den Gottesdienst. Ist er besonders religiös? Der Zusatz «besonders» missfalle ihm, sagt er, die christlichen Werte hingegen halte er hoch, sie dienten unter anderem ja auch dem sozialen Frieden. «Ich bin sicher in der richtigen Partei», fügt er hinzu, es ist die CVP, er ist seit einem Jahr im Vorstand und seit ein paar Jahren Mitglied der Partei.

Die Möglichkeit, zusammen mit anderen etwas zu bewegen, gefällt Nik Köppel. Wenn es mit Humor geht, umso besser. Die Sitzung alle zwei, drei Wochen und pro Woche mindestens ein Schulbesuch sind eine Pflicht, die zu erfüllen er nicht als ein Müssen empfindet.

Er sagt: «Ich gehe wirklich gern an Sitzungen.»

Er ist gern daheim und mag Rituale

Nik Köppel ist ein Aegeten-Boy, also ein Veteran des FC Widnau, und gehört seit drei Jahren dem Tennisclub Widnau an. Er spielt generell gern, früher war er Volleyballer, das Jassen ist eine Leidenschaft, genauso der Garten; ihn in Schwung zu halten, ist eine Aufgabe, die er sich mit der Gattin teilt.

Nik Köppel beschreibt sich als häuslich. Er ist gern daheim, mit Frau und Kindern zusammen, und mag Rituale wie dieses: Abends, bevor die Töchter zu Bett gehen, wird immer Oma gewunken, die nebenan wohnt. Ist der Fernseher an, sitzt man vorzugsweise versammelt davor.

Nicht abzustumpfen, ist eine Art Credo, das Nik Köppel mit dem Hinweis ergänzt, schon die Kleinsten liefen heutzutage ja Gefahr, zu einer Konsumgruppe herangezüchtet zu werden.

Was er bisher selbst nie konsumiert hat, ist ein Film im Kino. Zwar sei ihm bekannt, dass das Erlebnis speziell sein solle, sagt der 41-Jährige, doch er «muss nicht alles kennen». Köppel sagt, er wisse, was er wolle, schätzte Stabilität und sehe der Wahl entspannt entgegen. Denn: «‘s isch guet, wia‘s chunnt.»

Hinweis

Der neue Widnauer Schulpräsident wird am 4. März gewählt. Ausser Niklaus Köppel tritt Richard Dünser zur Wahl an. Ihn haben wir gestern vorgestellt.

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