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WIDNAU: Glück ist mehr als Geld

Gibt es unanständige Löhne? Am Lohnapéro traten Pfarrer Martin Schmidt und Bischof Markus Büchel auf. Schmidt zitierte einen Komiker: Reich zu sein, sei keine Schande – nichts als reich zu sein hingegen schon.
Gert Bruderer
Unterhielten sich über «Geld und Geist»: (v. l.) Pfarrer Martin Schmidt, Bischof Markus Büchel, Brigitte Lüchinger. (Bilder: Monika von der Linden)

Unterhielten sich über «Geld und Geist»: (v. l.) Pfarrer Martin Schmidt, Bischof Markus Büchel, Brigitte Lüchinger. (Bilder: Monika von der Linden)

Gert Bruderer

Gesagt hat das einst Karl Valentin. Die beiden Geistlichen sprühten beim Thema «Geist und Geld» aber auch ohne Verwendung fremder Sätze nur so vor Witz. Zur Frage der AGV-Präsidentin Brigitte Lüchinger, ob sie selbst eine Lohnerhöhung erhielten, meinte Bischof Markus: «I bi scho zoberscht», ehe er, mit Blick auf seinen evangelischen Kollegen Schmidt, listig ergänzte: «Er verdient mehr als ich.»

Anerkennungskultur genauso wichtig

Doch zurück zur Eingangsfrage. Unter dem Hinweis, er äussere sich ohne moralischen Zeigefinger, beklagte Schmidt eine verbreitete, von Missgunst zeugende Mentalität, wobei er Löhne wie jenen des Fussballers Neymar als «Ausdruck eines kranken Systems» bezeichnete.

Bischof Markus schloss sich dem an, indem er meinte: Wer lebenslang damit beschäftigt sei, sich um Millionen zu kümmern, die er nicht verdiene, habe wohl einen unanständigen Lohn. In direktem Zusammenhang wurde die Sinnfrage gestellt.

Tatsächlich ist ja aufgrund von Studien erwiesen, dass Geld allein nicht glücklich macht. Ebenso wichtig wie die Lohntüte sei eine Anerkennungskultur, sagte der Bischof.

Gratismentalität auch in der Seelsorge

In manchem sind sich Unternehmen und die Kirche ja recht ähnlich. Schmidt verglich die katholische Kirche mit einem Welt­konzern, und ein im Rheintal bestehendes Problem kennt auch die Kirche: den vor dem Podiumsgespräch von mehreren Referenten erwähnten Fachkräftemangel.

Zum Glück, bemerkte Bischof Markus, habe man qualifizierte Seelsorger vor allem aus umliegenden Ländern gewinnen können. Schmidt sagte: «Wenn es uns gelingt, nicht nur eine Gemeinschaft mit beschränkter Hoffnung zu sein, finden wir auch eher Mitarbeitende.»

Die kirchlichen Dienstleistungen wollten alle, den Solidaritätsbeitrag aber viele nicht mehr leisten, sagte der Pfarrer. Jeweils im Februar und März erfolgten die meisten Kirchenaustritte, «wenn der Steuerberater wieder da war». Bischof Markus wies auf den hohen Anteil von einem Drittel Kirchenmitglieder mit Migrationshintergrund hin, die «genau gleich zu uns» gehörten, auch wenn es – zum Beispiel – um die Benützung eines Pfarreiheims gehe.

«Rheintaler bleiben»

Vom Thema Geld entfernte das Gespräch sich mehr und mehr, dafür wurde auch über die bescheidene Beweglichkeit der Kirche gesprochen (die Unternehmen sich nicht leisten könnten).Martin Schmidt räumte ein, «wir haben mehr Verteidiger als Stürmer», und Veränderungen geschähen «von Ewigkeit zu Ewigkeit». Der Bischof verwies auf die hierarchischen Strukturen und Reibungen, die letztlich die Kirche doch weiterbrächten.

Die Frage der AGV-Präsidentin, wie Rheintaler Unternehmer in den Himmel kämen, beantwortete Bischof Markus kurz und bündig: «Indem sie Rheintaler bleiben.»27

Weitere Bilder vom Lohnapéro finden sich auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

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