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WIDNAU: Frauenfest wird 25 Jahre alt

Im Januar 1993 organisierte das Frauenforum Widnau zum ersten Mal ein Begegnungsfest für Frauen aller Nationen. Beatrice Heule ist eine der Gründerinnen und hat bis heute jedes Fest besucht.
Monika von der Linden
Beatrice Heule hat das Frauenfest vor 25 Jahren mitgegründet. (Bild: Monika von der Linden)

Beatrice Heule hat das Frauenfest vor 25 Jahren mitgegründet. (Bild: Monika von der Linden)

Monika von der Linden


Beatrice Heule blättert in ihrem roten Ordner. Er enthält 24 Dokumentationen über das Begegnungsfest für Frauen. Bald wird sie eine weitere dazu heften können, am 19. Januar treffen sich Rheintaler Frauen aus aller Welt, um das 25-Jahr-Jubiläum zu feiern. Die Pensionistin blickt zurück auf das Jahr des Schweizer Frauenstreiks. "1991 gründeten wir Lehrerinnen vom Schlatt das Frauenforum", sagt sie. Es wuchs von Jahr zu Jahr, führte zunächst Frauen aus Widnau, schnell auch aus der Umgebung und heute aus allen Gemeinden des Rheintals zusammen. "Nach drei Jahren öffneten wir uns auch jenen Frauen, die unter uns leben, aber ihre Wurzeln nicht hier haben", sagt Beatrice Heule. "Mit ihnen verbringen wir unseren Alltag."

Das erste Fest wurde im Kathrinahus gefeiert

Am 28. Januar 1993 fand das erste Begegnungsfest statt. Es kamen etwa vierzig Frauen, vor allem Schweizerinnen, Italienerinnen, Spanierinnen und Südame- rikanerinnen ins Widnauer Kathrinahus. Dem Kernteam des Frauenforums gelang es so gut, sprachliche und soziale Barrieren zu überwinden, dass die Resonanz immer grösser wurde – und folglich auch die benötigten Räume. Inzwischen kommen etwa 150 Frauen aus dreissig bis vierzig Nationen am Fest zusammen, abwechselnd im Widnauer Widebaumsaal und im Altstätter "Sonnen"-Saal. "Wir haben eine Kontaktmöglichkeit geschaffen und versucht, Gräben zuzuschütten", sagt Beatrice Heule. Im Jahr 2011 war das Frauenforum Rheintal (so heisst es inzwischen) allerdings nicht mehr imstande, noch mehr Integrationsarbeit zu leisten und fand in der Fachstelle Integration Rheintal eine neue Trägerin. Sie organisiert das Frauenfest seither.

"Etwas zu initiieren ist lobenswert, es aber über 25 Jahre lang zu halten, ist eine Leistung", sagt Beatrice Heule, die nicht nur erfreuliche Entwicklungen beobachtet hat. Anfangs gehörten viele Muslima dem Kreis an. "Ihre Männer wussten, wir bieten einen geschützten, männerfreien Rahmen." Aber die Konflikte im eigenen Land wirken sich auch in der Schweiz aus, heute kommen zum Beispiel Türkinnen seltener zum Fest als zu Beginn. "Am Fest selbst gab es allerdings nie Spannungen."

Im Rheintal gibt es viele Integrationsangebote für Migrantinnen und Migranten. Ist eine Begegnung am Frauenfest heute noch nötig?

"Die Nachfrage auch der jungen Generation zeigt, es gibt ein Bedürfnis, miteinander frohe Stunden zu verbringen und sich gegenseitig das eigene Heimatland vorzustellen", sagt Beatrice Heule. Heute ist das Misstrauen gegenüber Ausländern grösser und die Menschen haben mehr Vorurteile als in den Gründerjahren. "Es bereitet vielen Menschen Mühe, mit einem offenen Geist aufeinander zuzugehen."

Weil Beatrice Heule weniger Barrieren abbauen konnte, als sie gehofft hatte, glaubt sie, dass das Frauenfest heute nötiger ist denn je. "Ich freue mich, dass es den Anlass noch gibt. Sollte es einmal nicht mehr so sein, wird das auch ein Zeichen der Zeit sein."

Das Jubiläumsfest 25 Jahre Frauenfest – Begegnung für Frauen – wird am Freitag, 19. Ja­nuar, um 19 Uhr (Türöffnung um 18.30 Uhr) im Widnauer Widebaumsaal gefeiert. Jede Teilnehmerin ist gebeten, einen Hauptgang oder ein Dessert mitzubringen.

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