Widnau-Faustballer Yanick Linder debütiert im Nationalteam

Die Teilnahme an der Heim-WM im letzten Sommer hat Yanick Linder ganz knapp verpasst. Jetzt aber trägt er den Dress der Nati.

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Widnaus Yanick Linder hat es ins Nationalteam geschafft.

Widnaus Yanick Linder hat es ins Nationalteam geschafft.

Fabio Baranzini

(fb) Obwohl mit der EM das Highlight des Sommers abgesagt ist, steht der Schweizer Männernati eine wichtige Woche bevor. Vier Testländerspiele sind geplant. Nationaltrainer Oliver Lang und sein Team wollen die Partien gegen Vizeweltmeister Österreich und Weltmeister Deutschland nutzen, um junge Spieler zu testen.

Denn es ist klar: Das EM- Aufgebot 2021 wird anders aussehen als das der WM im letzten Sommer. Fünf Spieler haben seither ihren Rücktritt aus dem Nationalteam gegeben. Es steht ein Generationenwechsel an.

Bei Yanick Linder ist eine grosse Vorfreude zu spüren

Einer, der profitieren könnte, ist Yanick Linder. Der 24-jährige Widnauer stand schon letztes Jahr ganz kurz vor dem Sprung ins Nationalteam. Erst bei der letzten Kaderreduktion musste er über die Klinge springen. «Ich wusste, dass es schwierig werden würde. Am Anfang war es hart, die Heim-WM so knapp zu verpassen. Deshalb den Kopf in den Sand zu stecken, bringt aber nichts. Ich habe weitergekämpft und wollte mich in diesem Jahr beweisen», sagt Linder.

Das Kämpfen hat sich gelohnt. Linder gehörte sowohl für das gestrige Länderspiel gegen Österreich als auch für das Duell gegen Deutschland am Freitag in Schlieren zum Aufgebot. «Natürlich bin ich auch ein bisschen nervös, zum ersten Mal im Trikot der A-Nati zu spielen. Ich hoffe aber, dass sich das nach den ersten Bällen legen wird. Schliesslich war es schon lange mein grosses Ziel, für die Nati spielen zu dürfen», so Linder, der bereits für die U18-Landesauswahl aufgelaufen war.

Mit sechs Jahren hat Yanick Linder mit Faustball begonnen. In Widnau hat er alle Juniorenstufen durchlaufen und ist mit 15 Jahren in die NLA-Equipe berufen worden. Dort sass er zu Beginn meist auf der Bank. «Drei Saisons spielte ich praktisch nie. Das war hart», sagt er. Die Aufgebote für die U18-Auswahl und die Tatsache, dass man ihm das Talent attestierte, einst für die A-Nati spielen zu können, verliehen aber Motivation.

«Plötzlich packte mich der Ehrgeiz. Ich war ein ganz anderer Spieler», sagt Linder. «Daraufhin habe ich meine Chance im NLA-Team bekommen.» Die hat er gepackt. Seit drei Jahren ist er Stammspieler in Widnaus Abwehr, seit einigen Monaten Captain. «Ich bin stolz, dass ich Captain sein darf. Meine Rolle als Spieler hat sich dadurch nicht gross verändert. Ich versuche aber, noch mehr zu kommunizieren und meine Mitspieler zu unterstützen», sagt er.

Diese Entwicklung hat nicht erst mit dem Captainamt begonnen. Schon in den letzten Saisons hatte Yanick Linder begonnen, mehr zu kommunizieren. «Zu Beginn meiner NLA-Zeit stand ich hinten rechts in meiner Ecke und habe den Job gemacht. Jetzt bin ich kommunikativer, gebe Anweisungen und unterstütze meiner Mitspieler. Das hilft auch mir. Ich habe mehr Selbstvertrauen – und mittlerweile auch mehr Erfahrung.»

Der Widnauer rechnet sich Chancen auf EM-Kader aus

Diese Entwicklung hat Natitrainer Lang erkannt: «Linder ist mit seinen konstant guten Leistungen eine feste Grösse geworden. Er ist ein mannschaftsdienlicher Spieler, der auch immer in allen Trainings dabei ist».

Damit habe er sich die ersten Natiaufgebote verdient. «Gelingt es ihm, in den beiden Länderspielen seine Leistung abzurufen, dann ist er definitiv eine sehr gute Option fürs EM-Kader 2021», sagt Oliver Lang.

Testspiele der Nati

Dienstag, 4. August: Schweiz – Österreich (nach Redaktionsschluss)

Mittwoch, 5. August: Schweiz – Österreich (Elgg, 20 Uhr)

Donnerstag, 6. August: Schweiz – Österreich (Jona, 18.30 Uhr)

Freitag, 7. August: Schweiz – Deutschland (Schlieren, 20 Uhr).