WIDNAU: Ein Schwemmholz-Wald aus dem Rhein

Die Internationale Rheinregulierung (IRR) feiert ihr 125-Jahr-Jubiläum und das kreative Team Rheinseele inszeniert einen Stelenwald aus Schwemmholz.

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Ein Wald aus dem Rhein: Die Stelen sind in einem Workshop entstanden. (Bild: pd)

Ein Wald aus dem Rhein: Die Stelen sind in einem Workshop entstanden. (Bild: pd)

Schwemmholz sammeln, das ist ein Stück Rhein nach Hause tragen. Daraus eine Stele bauen, das ist Wertschätzung. Aus Stelen einen Wald aufstellen, das ist Zuneigung. Genau das hat das Team Rheinseele getan. Seit Jahren sammeln Christof Schmid, Paul Hämmerle und René Sieber Schwemmholz, durchbohren es, fädeln es kunstvoll auf einen Metallstab, der in einen gehörigen «Bünzlig» gesteckt wurde, wie die Rheintaler zu Stein sagen. Diese «Rheinseelen» werden jeweils am Balgacher Weihnachtsmarkt verkauft. Firmen verschenken sie an treue Mitarbeiter oder Kunden, Private an Jubilare. Auch der Oberrieter Kulturpreis ist eine Rheinseele.

Ein Workshop mit Kunsteffekt

Inspiriert durch das 125-Jahr-Jubiläum der IRR stellten die drei Rhein-Liebhaber einen Workshop mit Kunsteffekt auf die Beine. Mit sechzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern bauten sie in der alten Rheinbau-Schreinerei mannshohe Stelen und stellten sie im Rheinauenpark in Widnau auf. Die Waldinstallation nahe dem Rhein konnte mehrere Wochen besucht werden.

An der Finissage Ende Ok­tober wurde der Wald geräumt, die Stelen mit einem Zertifikat den Schöpferinnen und Schöpfern übergeben. Die Schauspieler Simona Specker und Bertolt Specker (beide «Das Deckelbad») gestalteten in der nahen Freiluft-Tribüne eine packende Lesung zum Buch «Franz – Die unglaubliche Geschichte eines Fisches im Alpenrhein» (von Erwin Koch).

Regisseur und IRR-Medienberater Kuno Bont filmte von der Entstehung an. Die eingefangenen Impressionen sind im Internet zu finden. Das Team Rheinseele fühlt sich bestärkt, bald wieder zu einem Workshop einzuladen. (pd)