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WIDNAU: Eheberatung vor dem Ernstfall

Manch einer will heiraten, andere lieber nicht. Die Arbeit zweier Agenturen nimmt das Dorftheater aufs Korn. Am Donnerstag war Vorpremiere. Dem Publikum gefielen Klischees und Pointen.
Monika von der Linden
Seminar im Eheanbahnungsinstitut: Kevin Reich (Jan Miara, von links), Anna Meise (Silvia Graf) und Judith Spitz (Susan Gerhäuser) lassen sich von Sonja Rupp (Susi Miara) erklären, wie sie ihren Schwarm von der Ehe überzeugen können. (Bilder: Monika von der Linden)

Seminar im Eheanbahnungsinstitut: Kevin Reich (Jan Miara, von links), Anna Meise (Silvia Graf) und Judith Spitz (Susan Gerhäuser) lassen sich von Sonja Rupp (Susi Miara) erklären, wie sie ihren Schwarm von der Ehe überzeugen können. (Bilder: Monika von der Linden)

Um verheiratet zu sein, bin ich noch zu jung. Ich finde mich in keiner bestimmten Rolle wieder, aber schon in der einer Frau, die heiraten will. Die Vorurteile gegenüber der Ehe bringen die Schauspieler gut rüber. Frauen gewinnen nämlich immer. Mit dem Ausgang des Stückes habe ich nicht gerechnet. Es hat eine gute Wendung genommen, die ich aber nicht verrate.

Der Verein ist eine eingeschworene Gruppe, die auch junge Mitglieder gut integriert hat. Sie bildet eine ganz tolle Mischung in Bezug auf Alter, Charakter und Gemüt. Obwohl ich in der Planung erst spät eingestiegen bin, bin ich froh, die Regie zu haben. Es ist eine schöne Erfahrung, menschlich und arbeitsmässig. Das gegenseitige Vertrauen war immer da. (vdl)

Ich bin immer noch verheiratet. Aber glücklich. Das Theaterstück ist amüsant, und ich finde jeder Schauspieler spielt die für ihn passende Rolle. Nach dem zweiten Akt sieht es so aus, als ob jeder Klient im jeweiligen Büro die Beratung erhält, die er erwartet. Ich bin aber überzeugt, dass alles anders kommt und die Geschichte im Chaos endet.

Ich staune, wie gut die Laienschauspieler die Geschichte nahe bringen. Ich bin nicht mehr verheiratet, identifiziere mich aber mit keiner Seite. Mich stimmt der erste Akt nachdenklich. Die Widersprüche des Lebens werden gut dargestellt: Erst rennt man zum Altar und dann zur anderen Seite. Man lebt zu schnell und hat Angst, etwas zu verpassen.

Mich spricht wegen der Art der Beratung eher die Bühnenseite mit dem Eheanbahnungsinstitut an. Ich bin nicht verheiratet. Die andere Seite gefällt mir, weil dort Bier getrunken wird. Mir gefällt, dass das Stück Klischees aufnimmt und die Grenzen zwischen Mann und Frau auslotet. Ich finde super, dass Extreme angedeutet werden.

Monika von der Linden

«Drehen Sie Ihre Stühle Richtung Bühne, damit sie keinen steifen Nacken bekommen.» Die Ansage aus dem Lautsprecher im Widebaumsaal weckt die Aufmerksamkeit. Nachdem sich der Vorhang geöffnet hat, blicken die Zuschauer in zwei nebeneinanderliegende Büros.

Links ist das Eheanbahnungsinstitut mit Sonja Rupp (Susi Miara) am Telefon. Rechts telefoniert Bernhard Frei (Bruno Zahnd) im Eheverhinderungsinstitut. Zwei Agenten, die ihre Klienten beraten. Diese erste Szene des Lustspiels «Drum prüfe, wer sich ewig windet» von Hans Schimmel lässt erahnen: Hier will jemand heiraten. Der Auserwählte aber setzt alles daran, es nicht so weit kommen zu lassen.

Heiratswillige und heiratsscheue Charaktere

Bis die Zuschauer erfahren, welcher Klient am Ende ein Erfolgshonorar zahlen darf, gibt es in beiden Büros noch reichlich Verwirrung. Denn es bleibt nicht bei einem Paar, bei dem sich jemand windet und die eheliche Bindung vermeiden will: Der auf einen Rollator gestützte Albert Metzler (Daniel Jossi) hat sich in seinem Single-Dasein eingerichtet und will Unterstützung, um Anna Meises (Silvia Graf) Annäherung abzuwehren. Der Unglücksrabe Kevin Reich (Jan Miara) verzweifelt schier an seinem Unvermögen, bei Marion Köppel (Anita Durot) zu landen. Er mischt sich im Vermittlungsbüro unter Anna Meise und Judith Spitz (Susan Gerhäuser) und vollendet das Chaos. Dann ist da noch Ueli Meier (Philipp Luchsinger). Er lebt keusch und abstinent. Weil er es bleiben will, nimmt er Bruno Freis Dienste in Anspruch. Es trägt nicht unbedingt dazu bei, seine Hemmungen zu überwinden, dass er dort auf Marion Köppel trifft. Ausserdem mischen die Steuerbeamtin Marianne Spirig (Nicole Köppel) und die Putzfrau Martha Schmitter (Nadja Mauro) immer wieder ungefragt im Geschehen mit. «Verdammt i lieb di» – die Mundartversion des berühmten Schlagers hat Nico Arn speziell für das Dorftheater aufgenommen. Es ertönt jedes Mal aus dem Lautsprecher, wenn sich der Vorhang nach einem Akt schliesst – ein passender Ausdruck des Widersprüchlichen.

Seminare mit vertauschten Rollen

Sonja Rupp und Bernhard Frei bereiten ihre Klienten auf das nächste Treffen vor. In den parallelen Seminaren schlüpfen sie in die Rolle des anderen Geschlechts und erklären die Taktik. Albert Mecker setzt eine der vielen Pointen: «Wir könnten Geld sparen, wenn wir die Frauen davon überzeugen, dass Sonderangebote auch Geld kosten.»

Nach der Vorpremiere vor Neumitgliedern der Raiffeisenbank Mittelrheintal und der Premiere am Freitagabend gibt es weitere Aufführungen im «Metropol»: Samstag, 3. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 4. März, 16.30 Uhr; Donnerstag, 8. März, 19.30 Uhr; Freitag, 9. März, 19.30 Uhr. Derniere ist am Samstag, 10. März, um 19.30 Uhr. Informationen im Internet unter www.dorftheater.ch .

Mehr Bilder von der Vorpremiere auf rheintaler.ch unter Bilderstrecken.

«Frauen gewinnen nämlich immer»

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Widnau

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