WIDNAU: Die Welt im Kleinen verändern

An der Hauptversammlung des Schweizer Bauordens wurden kürzlich zwei Entwicklungsprojekte in Indien und Rumänien vorgestellt.

Rösli Zeller
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An der Hauptversammlung (von links): Corinne Rechsteiner, Präsident Martin Frei, Edgar Grämiger, Raphael Fässler und Severin Räss. (Bild: rz)

An der Hauptversammlung (von links): Corinne Rechsteiner, Präsident Martin Frei, Edgar Grämiger, Raphael Fässler und Severin Räss. (Bild: rz)

Rösli Zeller

Zur Einstimmung auf den geschäftlichen Teil blickte Präsident Martin Frei auf das Wirken von Pater Werenfried van Straaten zurück. Vor genau 70 Jahren gründete der auch als Speckpater bekannte Geistliche auf Grund der grossen Not nach dem Zweiten Weltkrieg die Ost-Priester­hilfe. 1952 folgte dann die Gründung des Bauordens. Ohne Unterbruch finden nach wie vor in verschiedenen Ländern Aktivitäten dieses Ordens statt.

Unterstützung nach genauer Prüfung

Zwei bis drei Baulager führt der Schweizer Bauorden jedes Jahr durch. Diverse Projekte werden nach reiflicher Prüfung im Osten, in Südamerika, Afrika und Asien finanziell unterstützt. «Die Missionare sind sehr auf Spenden angewiesen, um ihre Aufgaben in diesen Ländern zu erfüllen», informierte Präsident Frei. Der Erlös des Knöpfli-Zelts an der Kilbi in Oberriet erbrachte letztes Jahr nahezu 15000 Franken und das Martinimahl 85000 Franken.

Wie Kassier Fredy Weder ausführte, wurden im vergangenen Jahr Ausgaben von 380500 Franken getätigt. Mit diesem Betrag wurden Bauten und Lager, Missionen und diverse Projekte unterstützt. Allein für Bauprojekte wurden 352000 Franken aufgewendet. Wie der Präsident versicherte, arbeitet der gesamte Vorstand ehrenamtlich, jeder Spender-Franken wird eins zu eins weitergegeben. – Von elf Mitgliedern musste für immer Abschied genommen werden.

Wasserversorgung und Entwicklungszentrum

Edgar Grämiger, der einige Zeit beruflich in Indien tätig war, setzt sich seit 2009 für das Projekt «Mahatma Gandhi College of Social Work» ein – der Aufbau eines sozialen Entwicklungszentrums in Bihar, Nordindien. Er stellte das Projekt in Wort und Bild vor. Er zeigte auf, mit wie wenig sehr viel bewegt werden kann. Es lohne sich, sich für die Ärmsten einzusetzen und damit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. In diesem Zentrum werden Sozialarbeiter ausgebildet, eine medizinische Basisinfrastruktur geboten, eine Primarschule geführt. In den nächsten zwei Jahren sollen rund 85000 Euro für die Erweiterung des Schulgebäudes investiert werden.

Raphael Fässler, Severin Räss und Corinne Rechsteiner stellten das Projekt «Aufbau Trinkwasserversorgung in Sinteu, Rumänien» vor. Die Pfarrei Appenzell steht seit 2013 hinter diesem Projekt. Das Dreier-Team war schon mehrmals in Baulagern vor Ort. Mit einfachsten Mitteln fassten sie sechs Quellen, bauten drei Brunnenstuben und ein Trinkwasserreservoir von 120 m3. «Wir wollen dieser armen Bevölkerung eine funktionierende Wasser­versorgung übergeben», sagen die jungen Berufsleute. Ein erfahrener Schweizer Bauingenieur hat das Projekt lanciert und begleitet es.