WIDNAU: Die Gestaltung der Zukunft bleibt spannend

Ohne Wortmeldung und einstimmig genehmigte die Widnauer Bürgerschaft die Jahresrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 1,369 Mio. Franken und den Voranschlag mit einem Defizit von 516 100 Franken.

Susi Miara
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Der Umbau des Kindergartens Girlen ist abgeschlossen. Am 7. April werden dort zwei Kindergartenklassen aus dem Schulhaus Nefenfeld einziehen. (Bild: Susi Miara)

Der Umbau des Kindergartens Girlen ist abgeschlossen. Am 7. April werden dort zwei Kindergartenklassen aus dem Schulhaus Nefenfeld einziehen. (Bild: Susi Miara)

Ausführlich erläuterte Gemeindepräsidentin Christa Köppel, weshalb der Gemeinderat trotz einem Ertragsüberschuss von 1,369 Mio. Franken von einer Senkung des Steuerfusses absieht. Zusammengefasst habe der Gemeinderat für 2016 ziemlich präzise budgetiert. Der Ertragsüberschuss sei durch kleinere Abweichungen auf diversen Konten entstanden. Ohne Diskussion stimmte die Bürgerschaft dem Antrag zu. Der Steuerfuss bleibt somit bei 98 Steuerprozenten und die Grundsteuern wie bisher bei 0,8 Promille.

Zusätzliche Abschreibungen entlasten Budget 2017

Der Ertragsüberschuss wird einerseits für Vorfinanzierungen und andererseits für zusätzliche Abschreibungen verwendet. Mit 370000 Franken wird die Umnutzung des Schulhauses Nefenfeld als Wohnanlage für Asyl­suchende und Flüchtlinge vorfinanziert. Die Wohnanlage werde nach Bezug Mieteinnahmen von acht Franken pro Tag und ­Bewohner aus den Bundespauschalen für die Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber generieren. Dies mache je nach Belegung etwa 120000 Franken pro Jahr aus.

Mit der restlichen knappen Million sollen zusätzliche Abschreibungen (Sanierung des Lernschwimmbeckens, Lüftungssanierung Metropol und Erschliessung Heldstrasse) getätigt werden. Dafür werde das Budget 2017 mit rund 84000 Franken entlastet.

Christa Köppel erwähnte verschiedene gemeindepolitische Geschäfte, vor allem die Fertigstellung des Schulhauses Schlatt oder den Umbau des Kindergartens Girlen. Die Gestaltung der Zukunft der Gemeinde bezeichnete sie als eine spannende Herausforderung. Unter anderem sei dies der Umbau des Schulhauses Nefenfeld zur Wohnanlage für Asylbewerbende und Flüchtlinge oder die Sanierung der Bahnhofstrasse.

Zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons St. Gallen soll mit dem Bau der zweiten Etappe, zwischen Metropol-Kreisel und Binnenkanal, im April begonnen werden. Auch mit dem neuen ­Alters- und Pflegezentrum gehe es jetzt mit der Detailprojektierung weiter. Dies wird voraussichtlich ein bis anderthalb Jahre dauern. In diesem Zusammenhang stellte Christa Köppel klar, dass das Zentrum Augiessen als unselbständige öffentlich-rechtliche Unternehmung eine eigene Rechnung führt. Die Kosten für den Neubau laufen nicht über den allgemeinen Haushalt der Gemeinde und sind somit für den Steuerfuss nicht relevant.

Kein baurechtlicher Paukenschlag

Kurz erläuterte Christa Köppel weitere drei Vorhaben, die die Entwicklung der Gemeinde nachhaltig prägen werden. Dies sind das Projekt Hochwasserschutz am Binnenkanal, das Hochwasserschutz-Projekt Rhesi und das neue Bau- und Planungsgesetz des Kantons St. Gallen, das am 1. Oktober in Kraft tritt. Dieses Gesetz sieht nebst einer Anzahl Neuregelungen vor, dass alle Gemeinden im Kanton in den nächsten zehn Jahren ihre Zonenplanung umarbeiten müssen. «Zwischenzeitlich ist bekannt, dass die direkt umsetzbaren Änderungen per 1. Oktober minim sind», beruhigte Christa Köppel. Das heutige Baureglement der Gemeinde Widnau werde über den 1. Oktober hinaus ihre Gültigkeit behalten. Es werde zu keinem baurechtlichen Paukenschlag kommen.

Susi Miara