widnau

Die Gemeinde setzt ein Zeichen

Mitarbeitende der Gemeinde Widnau sollen den öV oder das Velo nutzen – dank eines Anreizsystems.

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltung und Gemeindebetrieben sollen künftig mit dem Velo zur Arbeit kommen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltung und Gemeindebetrieben sollen künftig mit dem Velo zur Arbeit kommen.

Bild: gk

(gk) Mit einem Anreizsystem möchte der Gemeinderat die Mitarbeitenden der Verwaltung und der Gemeindebetriebe dazu bewegen, für den Arbeitsweg statt das eigene Auto lieber den Bus, den Zug, das Velo oder ein E-Bike zu benützen.

Jeden Tag würden Tausende Personen fast gleichzeitig von zu Hause an den Arbeitsplatz und wieder zurück fahren, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Dies führe dazu, dass das Strassennetz in den sogenannten «Pendlerzeiten» an seine Kapazitätsgrenzen stösst.

Für den Körper, aber auch für das Klima

In der Region Alpenrhein wohnen rund 70 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer maximal 15 Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Doch nur zehn Prozent dieser Wege werden regelmässig zu Fuss, mit dem Velo oder dem E-Bike zurückgelegt. Zugleich steigen die Fälle sogenannter Zivilisationskrankheiten wie etwa Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten durch Bewegungsmangel.

Es schicke sich aber nicht nur deshalb, sondern auch aus klimapolitischen Gründen, alles zu unternehmen, um die Mobilität auf möglichst CO2-freie Verkehrsmittel umzulenken, so die Gemeinde weiter. Dies veranlasste den Widnauer Gemeinderat, sich bezüglich der Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung, der Betriebe und der Schule Gedanken zu machen. Er hat beschlossen, ein Zeichen zu setzen und will 2021 ein inno­vatives Mobilitätsmanagement testen.

Das Pilotprojekt des Gemeinderats sieht vor, dass Mitarbeitende, die mit dem Velo, dem E-Bike, zu Fuss oder mit dem öV zur Arbeit kommen, mit einem Bonus von einem Franken pro Tag belohnt werden. Der Bonus ist zweckgebunden, das heisst, das Geld kann für Einkäufe wie Velos, Velozubehör, Velobekleidung oder Veloreparaturen in regionalen Geschäften oder für öV-Kosten verwendet werden.

«Ob das Bonussystem beim Personal ankommt und die Mitarbeitenden künftig tatsächlich mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, wird die Auswertung Ende 2021 zeigen», ist in der Mitteilung weiter zu lesen. Die Evaluation wird vom Interreg-Projekt Amigo und dem Kanton St.Gallen finanziell und personell un­terstützt.

Eine Absage, Grüsse, Aufträge und Rechnung

Die Gemeinde informiert die Bevölkerung, das beliebte, am 1.Januar stattfindende «‘snöi Johr hola» abgesagt zu haben. Aufgrund der Lage und den Schutzmassnahmen im Zusammenhang mit Corona haben Gemeinderat und Ortsgemeinde diesen Entscheid gefällt. «Wir freuen uns auf ein 2021, an dem wieder persönliche Begegnungen und ein geselliges Zusammensein möglich ist», schreibt die Gemeinde. Und: «Ein denkwürdiges Jahr neigt sich dem Ende zu. Auf vieles, was wichtig und lieb geworden war, mussten wir verzichten. Mit Blick auf Feiertage und Jahresende dankt der Gemeinderat allen, die sich privat im Stillen, in einem gemeinnützigen Engagement oder in einer öffentlichen Funktion für die Allgemeinheit eingesetzt und kleine oder grosse Dienstleistungen erbracht haben.»