WIDNAU: Die Bibliothek als Treffpunkt und Ort des Verweilens

Kürzlich fand in der Bibliothek die 34. Hauptversammlung statt. Der Diepoldsauer Yves Störi stellte seinen Verein «Mauern fürs Leben» vor, den er in Brasilien gegründet hat.

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Yves Störi stellte seinen Verein «Mauern fürs Leben» vor. (Bild: pd)

Yves Störi stellte seinen Verein «Mauern fürs Leben» vor. (Bild: pd)

Im Jahresbericht hielt der Präsident Rückschau auf die Anlässe des vergangenen Jahres. Unter anderem unterhielt Robi Preisig aus Diepoldsau mit Satire und Alltagsphilosophie.

Die Geschichten für die «Kleinen» erfreuen sich an jedem ersten Mittwoch im Monat (ausser in den Schulferien) grosser Beliebtheit bei Eltern und Kindern, ebenso das seit Jahren beliebte Senioren-Literatur-Café im Juli oder auch die spannende Lesung von Alice Gabathuler für drei Oberstufenklassen.

Dank an alle, die mitgeholfen haben

Der jährliche Höhepunkt, die Erzählnacht, lockte gut 150 Personen in die Bibliothek. Der Dank des Präsidenten ging an alle, die sich für die Bibliothek einsetzen: Den Vorstand und das Bibliotheksteam sowie die Kooperationspartner und Gönner, die den Betrieb der Bibliothek erst ermöglichen. Die Jahresrechnung und das Budget wurden einstimmig genehmigt.

Brigitte Keller führt seit November 2015 die Bibliothek Widnau als Leiterin. Zum Ausleihe-Team in diesem Jahr gehören weiter Vreni Forster (Stellvertreterin), Anneke Stieger, Ruth Langer, Irene Gamweger und Bianca Hutter.

Die Vorstandsmitglieder sind: Hans Hartl (Präsident), Rolf Schüpbach (Vizepräsident), Yvonne Kobler (Kassiererin), Judith Spirig (Vertreterin Ortsgemeinde Widnau), Helena Bolt (Vertreterin Gemeinde Diepolds­au), Brigitte Keller (Leiterin Bibliothek), Bianca Hutter (Aktuarin).

Neu befindet sich beim Eingang in der Bibliothek eine Kaffeemaschine für die Bibliotheksbesucher. Die Bibliothek sieht sich als Treffpunkt und Ort des Verweilens. Das Ausleihe-Team freut sich auf Gespräche mit den Mitgliedern. Gern gibt das Team Tipps und steht für Fragen zur Verfügung.

Yves Störi aus Diepoldsau stellte an der HV den von ihm ­gegründeten Verein «Mauern fürs Leben» vor. Die Idee dazu stammt aus dem Jahr 2012, als Störi seinen Zivildienst in Brasilien leistete. Er unterrichtete Musik in einer Tagesstätte für benachteiligte Kinder. Instrumente kaufte Yves Störi von Spendengeldern. Einer Familie schenkte er das Geld für ein Haus. Die etwa 8000 Franken finanzierte Störi von seiner Erwerbsersatzordnung-Entschädigung.

Projekt für mehr Nachhaltigkeit

Um das Projekt nachhaltiger zu gestalten, bilden Yves Störi und sein Team heute in einer Anlehre Bauarbeiter und Elektriker in Nordostbrasilien aus. Die Teilnehmer erwerben an zwei Tagen pro Woche Grundwissen im Hausbau und der Elektroinstallation. Parallel zur Theorie findet die praktische Ausbildung statt. Als Übungsobjekt wird ein Wohnhaus für eine Familie errichtet. Der Verein steht für nachhaltige Entwicklung und Transparenz und verschafft Menschen Perspektiven. Die Kurse erhöhen die Chancen auf dem dortigen Arbeitsmarkt oder ermöglichen den Teilnehmern sogar eine selbstständige Existenz. Ist er nicht in Brasilien, steht Yves Störi per WhatsApp oder Skype in Kontakt mit den Kollegen vor Ort. Der Verein finanziert sich aus Spendengeldern. Um den Menschen vor Ort nachhaltig zu helfen, ist der Verein auf Spendengelder angewiesen (CH23 8126 2000 0031 9690 5 / Mauern fürs Leben).

Die Besucherinnen und Besucher waren tief beeindruckt von den Filmausschnitten und dem Vortrag. Für Yves Störi ist es ein Privileg, zu helfen – und nach diesem beeindruckenden Vortrag geht es vielen Besuchern sicher ähnlich.

Danach konnte zum gemütlichen Teil des Abends übergeleitet werden. Beim Apéro im Anschluss konnte noch ein wenig geplaudert werden. (pd)