WIDNAU: Christa Köppel legt Lohn offen

Gemeindepräsidentin Christa Köppel verdient 206000 Franken im Jahr. Das verriet sie am Infoabend vor der Bürgerversammlung. Zudem wurde über die Gemeindefinanzen und das neue Alterszentrum diskutiert.

Remo Zollinger
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Das Interesse am Informationsabend war gross: Die Widnauer erfuhren, wie sich die Finanzen ihrer Gemeinde im letzten Jahr entwickelt haben. (Bild: Remo Zollinger)

Das Interesse am Informationsabend war gross: Die Widnauer erfuhren, wie sich die Finanzen ihrer Gemeinde im letzten Jahr entwickelt haben. (Bild: Remo Zollinger)

Remo Zollinger

«Ich weiss nicht, ob die Debatte über die Löhne der Gemeindeangestellten der Kommunalpolitik hilft», sagte Christa Köppel. Sie enthalte sich aber weiterer Kommentare und befriedige das Informationsbedürfnis von Medien und Bürgern.

206000 Franken verdient das Oberhaupt der Politischen Gemeinde Widnau bei einem Anstellungsgrad von 100 Prozent im Jahr. Dazu kommen 13000 Franken Pauschalspesen sowie Sitzungsgelder und Honorare aus Kommissionen und Zweckverbänden. Letztere werden der Gemeinde überwiesen. Auch der Lohn von Schulratspräsident Hugo Fehr wurde publik: Er kommt bei 80 Prozent Arbeitszeit auf 139000 Franken Gehalt und 4000 Franken Spesen.

2016 war das Jahr der kleinen Abweichungen

Christa Köppel führte danach durch die Jahresrechnung 2016 und stellte das Budget für das laufende Jahr vor. 2016 bezeichnete sie als «das Jahr der kleinen Abweichungen», weil in vielen Bereichen Überschüsse und in einigen Mehraufwände entstanden waren. Die Jahresrechnung schliesst positiv: Sie weist einen Überschuss von rund 1,37 Millionen Franken auf.

370000 davon werden für die Umnutzung der Schulanlage Nefenfeld abgeschrieben, die zur Wohnanlage für Asylsuchende wird. Der Entschluss zur Vorfinanzierung fiel auch, weil die Gemeinde im Bereich der sozialen Wohlfahrt weniger Geld gebraucht hat als budgetiert: 6,95 Mio. waren vorgesehen, 6,26 sind es geworden. Trotzdem würden die Sozialkosten unberechenbar bleiben; Gründe sind der Arbeitsmarkt, die Exportwirtschaft sowie die Migration.

Der Steuerabschluss wies ein Plus von 1,48 Prozent auf. Damit wurde das Budget eingehalten, «beim Kanton würde man von einer schwarzen Null sprechen», sagte Christa Köppel. Bedeutend ist einzig das Minus von 7,55 bei den juristischen Personen: Die Rechnung 2016 würde das Jahr 2015 (mit dem Frankenschock) abbilden, sagte Christa Köppel. Zudem seien zwei Unternehmen aus Widnau weggezogen.

Der Gemeinderat wird der Bürgerversammlung vorschlagen, den Steuerfuss bei 98 Prozent zu belassen. Bei den Steuereinnahmen wird für 2017 ein moderater Zuwachs budgetiert.

Viele Bauprojekte stehen 2017 auf dem Programm

Die Nettoverschuldung der Gemeinde ist «auf einen Schlag stark angestiegen», weil der Neubau des Schulhauses Schlatt die Rechnung beeinflusst. So anwortete Christa Köppel auf die Frage eines Bürgers, der ob der Schulden der Gemeinde besorgt war. Das Schulhaus wurde bezogen, weitere Bauprojekte stehen aber an: Neben dem Nebenfeld betrifft das den Umbau des Kindergartens Girlen sowie den Neubau des Alterszentrums.

Dieser wurde am Infoabend nochmals vorgestellt. Kantonsrat Patrick Dürr bezeichnete die 2,6 Millionen für die Vorbereitungsarbeiten als «sportlich», Christa Köppel zeigte auf, wozu dieses Geld gebraucht wird. 2018 soll an der Urne über den Neubau abgestimmt werden.

Hinweis

Die Bürgerversammlung findet am Montag, 27. März, um 19 Uhr im Sportzentrum Aegeten statt.