WIDNAU: Auch Fritteuse-Brand war Thema

So ungewöhnliche Mittel wie den Überdruckbelüfter und das Rauchmodell hat der kantonale Feuerwehrnachwuchs am Samstag kennengelernt. Geübt wurde das ganze Spektrum des Feuerwehrhandwerks.

Gert Bruderer
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Das Rauchmodell, ein mehrstöckiges Gebäude, in das Rauch geblasen wird, macht die Rauchentwicklung sehr anschaulich. (Bild: Gert Bruderer)

Das Rauchmodell, ein mehrstöckiges Gebäude, in das Rauch geblasen wird, macht die Rauchentwicklung sehr anschaulich. (Bild: Gert Bruderer)

Seit dem letzten kantonalen Nachwuchskurs vor sechs Jahren in Thal hat ein Weiterbildungskurs für die Jugendfeuerwehr erstmals wieder im unteren Rheintal stattgefunden. 163 Kinder und Jugendliche und ein Team aus 80 Leitern befassten sich an 15 Arbeitsplätzen mit den vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr, in deren Alltag die Brandbekämpfung bloss ein Job unter vielen ist.


Instruktoren zu Gründungen anregen

Jugendfeuerwehren gibt es elf im Kanton, weitere zwei kommen womöglich dazu. Die technische Leiterin Andrea Schöb aus Staad sagt, für den Weiterbildungstag in Widnau seien bewusst auch Instruktoren aus jenen Gemeinden aufgeboten worden, wo noch keine Jugendfeuerwehr besteht. Das sind Wil, Gossau und Goldach. Vielleicht fange ja der eine oder andere Instruktor Feuer, so dass er die Gründung einer Nachwuchstruppe in seinem Ort an die Hand nehme. Andrea Schöb selbst ist das letzte noch aktive Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Unterrheintal.


Rheintaler hatten die Nase früh vorn

Abgesehen von Flumserberg, wo seit 1996 eine Jugendfeuerwehr besteht, waren die Rheintaler die ersten, die sich für den Nachwuchs stark gemacht haben. Die Rheintalische Jugendfeuerwehr (für die Oberrheintaler Gemeinden) wurde als zweite Nachwuchsorganisation im Kanton 1999 gegründet, die Jugendfeuerwehr Unterrheintal als dritte im Jahr 2004. Im unteren Rheintal sind 42 Kinder und Jugendliche aktiv, ausserdem 14 erwachsene Leiter. Die Zahl sei recht konstant, sagt Christian Reich, der Kommandant der Jugendfeuerwehr.

Breites Spektrum an Themen

Am Kurs vom Samstag befassten sich die 11- bis 13-jährigen Rookies mit lebensrettenden Sofortmassnahmen, dem Stellen und Sichern der Leiter sowie mit Kleinlöschgeräten wie der Löschdecke und dem Feuerlöscher. Christian Reich aus Balgach sagt: «Auch der berühmt-berüchtigte Fritteuse-Brand kam zur Sprache.» Jeder Erwachsene weiss es hoffentlich bereits: Brennendes Öl nie mit Wasser zu löschen versuchen!

Eindrückliche Geräte gesehen

Die 14- bis 16-jährigen Dragons widmeten sich der Brandbekämpfung mit der Motorspritze und übten, wie bei einem Baustellenunfall technische Hilfe geleistet wird. Die 17- und 18-jährigen Firefighters übten am Nachmittag im Zaza-Brandhaus in Altstätten, lernten Tiere retten und beschäftigten sich mit Überdruckbelüftung sowie dem Entlüften bzw. der Rauchbeseitigung. Eindrücklich sind die Geräte, die zur Verfügung standen. Wie der Rauch sich ausbreitet, zeigte ein von Feuerwehrleuten gebautes Modell, wie nur die Buchser und die Rapperswiler es besitzen. Auch der Überdruckbelüfter der Berufsfeuerwehr St. Gallen hat Eindruck gemacht. Mit 140 km/h kann das Gerät verqualmte Räume rauchfrei machen. In Widnau wurde Rauch aus dem Untergeschoss des Schulhauses Schlatt geblasen. Der Überdruckbelüfter hat eine solche Kraft, dass er sogar das Feuerwehrfahrzeug, auf dem er installiert ist, ins Rollen bringen kann.