Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wertschätzung

Garten
Bert Stankowski
Weint sie, weil sie mehr wert ist als ein Gartenzwerg oder über den Lauf der Welt? (Bild: Bert Stankowski)

Weint sie, weil sie mehr wert ist als ein Gartenzwerg oder über den Lauf der Welt? (Bild: Bert Stankowski)

Kaum taut der Schnee und grünen die Pflanzen, treten auch wieder andere Gartenobjekte ins Rampenlicht. Figuren, manchmal schön, manchmal weniger, überdauern das Wetter draussen, stehen standhaft bei Frost, Wind, Hitze und Regen. Je älter sie werden, umso mehr setzen sie Patina an. Der Alterungsprozess schreitet kontinuierlich voran und macht viele Objekte mit der Zeit immer in­teressanter und interessanter. Grobporige Oberflächen werden gerne von Algen und Moosen besiedelt, deckende Farbschichten blättern ab und geben dem Objekt alljährlich ein anderes alt-neues Aussehen.

Kunst ist und bleibt eine reine Ansichtssache. Jeder hat ein eigenes Kunstverständnis, was dem einen sein Auguste Rodin ist dem anderen sein Gartenzwerg. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Oftmals finde ich es schrecklich, was so in den Vorgärten steht, manchmal rührt es mich an und veranlasst mich zum Stehenbleiben. Vieles ist billig und kitschig, anderes teuer.

Doch wer und was bestimmt eigentlich den Wert eines Objektes, sei es ein Kunstwerk, eine Briefmarke oder vielleicht ein Garten-Bonsai?

Martin Pauli, ein angesehener Spezialist in der Bonsaiscene (Bonsai ist Kunst, Skulptur und Sammelobjekt), definiert es treffend so: «Ein Stein, der einem gefällt, ist ein guter Stein, hat also einen ideellen, individuellen Wert. Sollte dieser Stein zehn anderen Menschen gefallen, wandelt sich dadurch dieser indivi­duelle Wert zum kollektiv relevanten Wert. Sollte dieser Stein einem der betrachtenden Menschen so gut gefallen, dass er einen monetären Wert formuliert, den er bereit ist zu bezahlen, wandelt sich der kollektive Wert zum manifestierten Wert weiter. Nach öfterem Weiterverkauf bildet sich ein Marktwert.»

Nicht alles, was schön ist, hat aber für uns auch einen Wert. Oder anders herum, nicht alles Schöne erfährt eine ausreichende Wertschätzung. Denn die frische Luft in unserem Garten und den kühlenden Schatten der Bäume beziffern wir nicht mit einem Wert. Die frischen Beeren und das knackige Gemüse müssten eigentlich einen höheren Wert besitzen als jenes aus dem Shoppingcenter, und ein simpler Strauss Gartenblumen ist doch mehr wert als ein erstandener Strauss Rosen.

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.