Wer will, kann es überprüfen

BALGACH. Der Balgacher Gemeindepräsident bereichere sich an einer Strassenbaustelle, wird Ernst Metzler im Dorf unterstellt. Er dementiert, informiert – und bleibt gelassen.

René Schneider
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Die Verengung an der Stockerstrasse und der neue Vorplatz beim Haus des Gemeindepräsidenten. (Bild: René Schneider)

Die Verengung an der Stockerstrasse und der neue Vorplatz beim Haus des Gemeindepräsidenten. (Bild: René Schneider)

Nach ein paar Erschliessungs-Strassen in Wohngebieten am Berg will der Balgacher Gemeinderat auch im Talgebiet, möglichst flächendeckend «Tempo 30» realisieren. Die Bürger haben dafür 100 000 Franken bewilligt. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde in den letzten Wochen in der Stockerstrasse eine Strassenverengung bauen lassen; genau vor dem Wohnhaus des Gemeindepräsidenten.

Jener habe sich wohl freiwillig für die Verengung vor seiner Haustür gemeldet, wurde dem «Rheintaler» aus dem Dorf zugetragen. Im Zusammenhang mit dem Bau der Verengung werde nämlich – wohl auch dies zu Lasten des Gemeindehaushaltes – der gemeindepräsidiale Garten umgebaut und angepasst.

Die Unterstellungen seien für ihn nachvollziehbar, aber falsch, sagte Ernst Metzler auf Anfrage.

Der Polier habe Anweisung, «sehr genau» die Kosten für Garten und die Verengungen festzuhalten und einzeln abzurechnen. «Das muss man mir glauben – und wer es nicht glaubt, kann später über die GPK Detail-Einsicht in die Unterlagen bekommen.» Mit den Umbauarbeiten in Garten und auf Vorplatz (das Haus wurde 1975 erbaut) habe er im Übrigen schon im Oktober begonnen und zwei Bäume gefällt, Humus abgetragen und die Kofferung ausgehoben – bevor das von Gemeinderat

beauftragte externe Planungsbüro den Bau einer Strassen-Verengung im Bereich seines Hauses vorgeschlagen habe.

Weil er und sein Nachbar gegenüber damit einverstanden waren, sei die Verengung dort realisiert und mit den Gestaltungsarbeiten des Vorplatzes kombiniert worden. Weitere Verengungen und auch andere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung würden folgen.

Kanton und Polizei verlangen vor dem Aufstellen von «Tempo 30»-Schildern (also vor der Verfügung Tempo 30) beruhigende Vorleistungen in den Gemeinden. In Balgach benützt der Gemeinderat «günstige Gelegenheiten» zur Verkehrsberuhigung dort, wo ohnehin im Strassenbereich gebaut wird oder gebaut werden muss und ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll ist.

Der Wunsch nach Massnahmen zur Beruhigung des Verkehrs sei zwar weit verbreitet in der Bevölkerung, sagt Metzler. «Aber erfahrungsgemäss scheiden sich die Geister dann bei der Umsetzung an den Details.»

Auch unter diesem Aspekt müsse der angedeutete Korruptionsverdacht verstanden werden. «Vielleicht stört sich jemand daran, dass die Stockerstrasse für Durchfahrende weniger flüssig wird.» Metzler bekräftigt: «Wir werden jedes Detail der Baustelle vor meinem Haus genau ausweisen und abrechnen.»

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