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Wer nicht umfährt, wird ausgebremst

Der Durchgangsverkehr hat in Kriessern mehr als lästige Ausmasse angenommen. Der Gemeinderat will nun die alte Altstätterstrasse mit Hindernissen verbauen und damit die durchfahrenden Autopendler vergraulen.
Max Tinner
Auf der alten Altstätterstrasse möchte der Gemeinderat den Verkehr massiv verlangsamen – weit ins Riet hinaus. Auf diese Weise möchte er den Durchgangsverkehr auf die Umfahrungsstrasse und die Autobahn bringen. (Bild: Max Tinner)

Auf der alten Altstätterstrasse möchte der Gemeinderat den Verkehr massiv verlangsamen – weit ins Riet hinaus. Auf diese Weise möchte er den Durchgangsverkehr auf die Umfahrungsstrasse und die Autobahn bringen. (Bild: Max Tinner)

«Der Verkehr durch unser Dorf wird immer ärger», meinte Gemeinderat Stefan Lüchinger am Montag an der Kriessner Vorverversammlung. Die Gemeindeführung denkt, den Pendlerverkehr zwischen Altstätten und Widnau-Diepoldsau als eine der Ursachen des Problems erkannt zu haben.

Konsequenterweise will der Gemeinderat dort ansetzen, wo er das Problem sieht. Der Lösungsansatz allerdings ist kühn: Der Gemeinderat will auf der erst im letzten Herbst sanierten (alten) Altstätterstrasse die Höchstgeschwindigkeit massiv herabsetzen lassen und diese einstige Verbindungsstrasse mit Hindernissen verbauen – und zwar nicht nur im Innerortsbereich, sondern weit ins Riet hinauf.

Die Autofahrer müssten in Schlangenlinien an den alternierend links und rechts am Strassenrand platzierten Inseln vorbeifahren und immer wieder halten, um entgegenkommenden Verkehr passieren zu lassen. Auf diese Weise soll den Autopendlern die Route durchs Dorf vergrault werden – sie sollen stattdessen über die Umfahrungsstrasse und die Autobahn fahren. Mit weniger Autoverkehr auf der Altstätterstrasse würde jene gleichzeitig sicherer für die Velofahrer.

Angst um die Busverbindung

Manche Besucher der Vorversammlung reagierten skeptisch. Zwar hätten sie nichts dagegen, den Fremdverkehr auszubremsen. Von Anwohnern wurden sogar häufigere Geschwindigkeitskontrollen gefordert, weil die Strasse ihrer Ansicht nach nicht nur von zu vielen Autos, sondern auch von vielen Autos viel zu schnell befahren wird. Man befürchtet aber auch, ein Hindernisparcours, wie ihn der Gemeinderat aufbauen möchte, könnte dazu führen, dass die RTB die Buslinie über Kriessern aufhebt.

Dabei wünschten sich viele das Gegenteil, im Besonderen eine Busverbindung nach Widnau. Und die Anbindung des Industrie- und Gewerbeareals Schützenwiese. Zumindest die Hoffnung auf jene Schleife zum Schützenwiesenareal muss Lüchinger den Kriessnern nehmen. Laut RTB wäre sie nur möglich, gewänne man andernorts auf dieser Linie Zeit – sprich: wenn auf die Verbindung nach Kobelwald verzichtet würde. Lüchinger nimmt aber wenigstens die Anregung mit in den Rat, eine Fussgängerbrücke über den Zapfenbach zu bauen, um den Fussweg von der Bushaltestelle zur Schützenwiese zu verkürzen.

Ob der Verkehrsinselparcours auf der Altstätterstrasse überhaupt realisiert werden kann, ist derweil unsicher. Der Gemeinderat verhandle schon länger mit der Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei, welche die Verkehrsberuhigung zu bewilligen hätte. Und Lüchinger geht davon aus, dass diese Verhandlungen noch andauern werden. Er sprach von einem Zeithorizont von zwei Jahren.

Das Problem in Widnau statt in Kriessern lösen

Einige Kriessner sind allerdings der Ansicht, der Gemeinderat würde gescheiter mit jemand anderem diskutieren als mit dem Kanton, nämlich mit dem Bund: «Die Ursache für den Verkehr durch Kriessern liegt nicht bei uns, sondern in Widnau, wo es täglich zu Staus auf der Autobahnausfahrt kommt», stellte jemand aus der Runde fest. Würde jenes Problem gelöst, meinte der Votant, wäre die Fahrt durch Kriessern weniger attraktiv als der Weg über die Umfahrungsstrasse und die Autobahn – auch ohne Verkehrsberuhigung auf der Altstätterstrasse.

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