Wer falsch entsorgt, wird gebüsst

RHEINTAL. Wer seinen Abfall oder das Altpapier falsch oder zu früh entsorgt, wird in Thal seit Anfang Jahr bestraft. Bereits sieben Personen mussten deswegen eine Busse bezahlen. In Walzenhausen ist ein neues Abfallgesetz in Arbeit, das auch eine Busse für Abfallsünder vorsieht.

Susi Miara
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So ist es richtig: Papier und Karton sollten gebündelt bereitgestellt werden. Oft werden Papier und Karton in Papiertragtaschen oder in Kartonschachteln am Strassenrand deponiert und von den Einsammlern nicht mitgenommen. (Bild: Susi Miara)

So ist es richtig: Papier und Karton sollten gebündelt bereitgestellt werden. Oft werden Papier und Karton in Papiertragtaschen oder in Kartonschachteln am Strassenrand deponiert und von den Einsammlern nicht mitgenommen. (Bild: Susi Miara)

Wer in Thal den Abfallsack zu früh auf die Strasse stellt, muss mit Konsequenzen rechnen. Das Bauamt versucht die Besitzer ausfindig zu machen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Kürzlich informierte der Gemeinderat die Bevölkerung über die korrekte Entsorgung von Altpapier und Karton. Das Bauamt und die «A-Region» stellen immer wieder fest, dass die Weisungen über korrektes Entsorgen missachtet werden. Papier und Karton werden oft in Papiertragtaschen oder in Kartonschachteln bereitgestellt. Nicht selten werden dem Altpapier zudem Abfälle aller Art, wie Tetrapackungen oder Plastikteile beigemischt. «Dies behindert zum einen die korrekte Verwertung des Altmaterials und stellt ausserdem eine illegale Entsorgung dar, da auf diese Weise die gebührenpflichtige Abfallentsorgung umgangen wird», sagt Bauamtsekretär Antonio Ferrara. Seit kontrolliert wird, habe sich die Situation ein wenig gebessert. «Seit Anfang Jahr wurden bereits sieben Personen gebüsst», sagt Ferrara. Bestraft werden auch Personen, die den Abfallsack zu früh auf die Strasse stellen. Das Problem sei einerseits ein ästhetisches. Man wolle nicht, dass die Strassen permanent mit Abfallsäcken zugestellt sind. «Andererseits spielen hygienische Aspekte eine Rolle: Tiere picken oder reissen die Säcke auf und verteilen den Abfall im Dorf», sagt Ferrara. Diesen Abfall muss dann das Bauamt entsorgen und die Kosten die Gemeinde tragen. Mit Unterflurbehältern möchte Thal das Problem in den Griff bekommen. «Dort, wo die Unterflurbehälter bereits stehen, gibt es kaum Probleme», erklärt Ferrara. In einigen Quartieren in Staad, Thal und Buechen gibt es bereits solche Behälter, in den nächsten Jahren sind weitere geplant.

Abfallreglement in Arbeit

Auch in Walzenhausen halten sich nicht alle an die schriftlichen Anweisungen, die an den Sammelgefässen bei der Wertstoffsammelstelle im Almendsberg angebracht sind. «Immer wieder passiert es, dass zu den Milchflaschen auch Tetrapackungen hineingeworfen werden», sagt Peter Schmid vom Bauamt.

Milch-Tetrapckungen gehören in den gebührenpflichtigen Kehrichtsack. Ebenso alle Plastikabfälle. Hier komme es im Almendsberg oft zu Missverständnissen. Anstatt wie beschriftet Plastikflaschen in den Container neben dem PET zu werfen, werden auch Klarsichthüllen oder Plastikblumenkisten irrtümlich und verbotenerweise dort entsorgt. «Da die Anlage videoüberwacht ist, erhalten die entsprechenden Personen einen Anruf, damit sie die falsch abgelieferte Waren zurücknehmen und ordentlich bei der Kehrichtabfuhr abgeben», sagt Peter Schmid. Es komme aber auch vor, dass der Abfall von den Mitarbeitern des Bauamts mit dem entsprechenden Beweisfoto gleich nach Hause geliefert wird.

Härter durchgreifen könne man in Walzenhausen noch nicht, da das Abfallreglement eine Busse nicht vorsieht. «Ein neues Abfallreglement ist aber in Arbeit», sagt Peter Schmid. «Sobald es in Kraft ist, können auch wir härter durchgreifen und die Abfallsünder büssen.»

Schwer zu kontrollieren

Mit der Entsorgungs-Situation in Widnau ist Marco Köppel, Leiter des Werkhofs, im Grossen und Ganzen zufrieden. Weil die Sammelstelle im Hutmacher-Quartier videoüberwacht ist und sie sich in unmittelbarer Nähe zum Werkhofareal befindet, komme es gelegentlich und nur während der Feiertage zu Engpässen. Manchmal werden Abfallsäcke oder PET-Flaschen einfach bei der Sammelstelle deponiert. «Meistens finden wir aber anhand des Abfalls oder Videos heraus, wer der Sündenbock ist», sagt Marco Köppel. Dieser muss dann mit einer Busse rechnen.