Weniger Luft transportieren

Dank dem Dosenhersteller Rexam neben dem Red-Bull-Abfüller Rauch werden ein paar Tausend Lastwagen weniger zum Viscose-Industrieareal in Widnau rollen. Gestern zelebrierte Rexam mit seiner lokalen Belegschaft die Eröffnung des neuen Werks, dem ersten in der Schweiz.

René Schneider
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WIDNAU. Dietrich «Didi» Mateschitz, Erfinder des Energie-Drinks und der Marke Red Bull, habe schon in den 1990er-Jahren gemahnt, «dass es nicht sinnvoll ist, bei der Produktion soviel Luft per LKW durch die Gegend zu fahren». Dosen und Inhalt gehörten örtlich zusammengelegt. Daran erinnerte gestern vor rund 200 Gästen Roman Rauch von der gleichnamigen Abfüll-Firma an der Eröffnungsfeier des «Wall-to-Wall»-Dosen-Lieferanten Rexam.

Wall-to-Wall

Die frisch produzierten Dosen laufen in Widnau «durch die Wand» direkt zum Abfüller nebenan. Angeliefert wird (zum Teil auf der Schiene) Aluminiumblech in Rollen von einem Hersteller im Dreiländereck Schweiz/Deutschland/Frankreich.

Rexam reduziere den bisherigen Lastwagen-Verkehr zu Rauch in Widnau um etwa dreissig Prozent, sagt Rexam-Widnau-Geschäftsführer Karl Aringer. Gute Erfahrungen mit der Wall-to-Wall-Produktion machen die beiden Geschäftspartner seit Jahren in Nüziders, dem Vorarlberger Produktionsstandort von Rauch für Red Bull.

Der Erfolg habe auch im Beispiel Red Bull viele Väter, sagte Roland Concin vom Red Bull Management.

Väter des Erfolgs

Die starke Marke Red Bull, der zuverlässige Abfüller Rauch, der immer nach Perfektion strebende Dosenhersteller Rexam und die seit vielen Jahren vertrauensvolle und erspriessliche Zusammenarbeit der drei Unternehmen wurden unterstrichen.

Der St. Galler Regierungsrats-Präsident Benedikt Würth reihte «als vierten Vater, als viertes Standbein des Erfolgs» den neuen «grossen Produktionsstandort für High-End-Produkte» ein, die Gemeinde Widnau, in der Schweiz, im Chancental Rheintal, im wirtschaftsfreundlichen Kanton St. Gallen.

Neuer Industrie-Schwerpunkt

Gemeindepräsidentin Christa Köppel hiess Rexam herzlich willkommen. Die Neuansiedlung mit letztlich etwa 140 neuen Arbeitsplätzen sei eine weitere und wichtige Etappe in der «Re-Industrialisierung» des ehemaligen Viscose-Areals. Christa Köppel erinnerte an die Neuansiedlung der Viscosuisse vor knapp hundert Jahren im damals mausarmen Widnau, den Niedergang des zeitweiligen Leuchtturms der Schweizer Textilindustrie um 1990 und den Umbau/die Neunutzung des Geländes durch Dutzende neuer, grösserer und kleiner Unternehmen.

Die Unternehmen Rexam und Rauch bildeten «den neuen industriellen Schwerpunkt am vitalen Standort für verschiedene Unternehmen».