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Weniger Gift, mehr Biodiversität

21 Blumentöpfe, die in den Tempo-30-Zonen stehen, bekommen ein neues Kleid, bestehend aus einheimischen Pflanzenarten. Diese sollen auch Insekten helfen.
Remo Zollinger
In der Mitte ist der Alpenjohannisbeerstrauch, darum herum acht einheimische Pflanzen, die widerstandsfähig und pflegeleicht sind: So sehen 21 Blumentöpfe in Marbach und Rebstein aus. Ausgewählt haben Gemeinde und Gärtner Pflanzen, die ihre Blüte zu unterschiedlichen Jahreszeiten erreichen. (Bild: Remo Zollinger)

In der Mitte ist der Alpenjohannisbeerstrauch, darum herum acht einheimische Pflanzen, die widerstandsfähig und pflegeleicht sind: So sehen 21 Blumentöpfe in Marbach und Rebstein aus. Ausgewählt haben Gemeinde und Gärtner Pflanzen, die ihre Blüte zu unterschiedlichen Jahreszeiten erreichen. (Bild: Remo Zollinger)

Pflanzenarten zu finden, die in einem Topf auf der Strasse ganzjährig überleben, ist nicht so einfach. Sie müssen nicht nur bei Kälte oder bei Hitze widerstandsfähig sein, die Gemeinde und Gärtner stellten auch sonst ein Anforderungsprofil.

«Wichtig war uns, einheimische Arten zu pflanzen. Solche, die sich wegen der Grösse des Topfs nicht stark ausbreiten. Arten, die der Biodiversität helfen und ein Lebensraum für Insekten sind – und auch für das Auge etwas hergeben», sagt der Rebsteiner Naturgärtner Patrick Reck, der mit der Auswahl beauftragt wurde. Eine weitere Anforderung war gemäss Roman Gruber, Leiter des gemeinsamen Bauamts von Marbach und Rebstein, dass die Pflanzen nicht zu unterhaltsintensiv sind: «Es sei denn, es gibt wieder einen Sommer wie 2018, dann müssen auch wir giessen.»

Ein Schädling führte zur Neubepflanzung

Der Unterhalt, bedingt durch einen Schädling, war letztlich der Auslöser für die Neubepflanzung der Töpfe. Zuvor standen in diesen Buchsbäume, die wegen des Befalls vom Forstschädling Buchsbaumzünsler intensiv mit Spritzmittel bearbeitet werden mussten. «Weil unser Ziel ist, kein Gift mehr einzusetzen, entschieden wir uns für diese Änderung», sagt Roman Gruber.

Einen Einfluss hatte auch die IG Bienenfreunde, mit der sich die Gemeinde monatlich zum Stammtisch trifft. So sollen auch Bienen, Hummeln, Schmetterlinge oder andere Insekten dank der neuen Pflanzen mehr Lebensraum finden. 23 Arten haben die Gemeinde und Patrick Reck ausgewählt. In die Mitte jedes Topfs kommt ein Alpenjohannisbeerstrauch, rund um diesen acht Pflanzen. Die meisten sind Blumen, einige kleine Sträucher. Jeder Topf wurde anders bepflanzt und wird anders aussehen. Und jeder Topf wird das Aussehen ständig ändern, denn die angepflanzten Arten erreichen nicht gleichzeitig, sondern über das ganze Jahr verteilt ihre Blüte.

Zu den Arten, die in fünf Blumentöpfen in Marbach und 16 in Rebstein zu sehen sind, gehören das gelbe Johanniskraut, die purpurrote Kartäusernelke, das weisse Kriechende Gipskraut, die violette Niedliche Glockenblume oder das gelbe Ochsenauge. Auch Sonnenröschen, Thymian, Weisser Salbei oder Wilder Majoran ist zu finden.

Biodiversität gehört zu den Aufgaben der Gemeinde

Die Biodiversität zu fördern, ist eine Aufgabe der Gemeinde. Es können aber alle etwas dazu beitragen: Einige Gemeinden raten aktiv, einen Teil des Gartens verwildern zu lassen, um Pflanzen- und Tierarten zu fördern. «Wir wollen aber nicht allen vorschreiben, was sie im eigenen Garten zu tun haben», sagt Roman Gruber. Der Trend zu Roboterrasenmähern begünstige die Natur im Garten jedoch gar nicht.

Zur Förderung gehört auch, invasive, fremde Pflanzenarten (Neophyten) zu bekämpfen und die Gewässer aktiv zu unterhalten, etwa durch die rasche Entfernung von Schwemmholz. In Rebstein und Marbach machen dies oft Oberstufenschüler oder Vereinsmitglieder. Sie können sich einen Zustupf verdienen und auch etwas lernen.

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