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Weniger Geld vom Kanton als erhofft

Fürs Zentrum für Geschichte und Kultur in Altstätten müssen mehr Sponsorengelder gesammelt werden als erwartet: Der Kanton will statt der beantragten 2,5 Mio. Franken nur 2,2 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds beisteuern.
Max Tinner
Projekt mit inneren Werten: Äusserlich wird sich an der Liegenschaft Prestegg nur wenig ändern. Innen hingegen wird das Museum erneuert und im Nordflügel ein Theatersaal fürs «Diogenes» eingebaut. (Bild: pd)

Projekt mit inneren Werten: Äusserlich wird sich an der Liegenschaft Prestegg nur wenig ändern. Innen hingegen wird das Museum erneuert und im Nordflügel ein Theatersaal fürs «Diogenes» eingebaut. (Bild: pd)

Knapp 8 Mio. Franken kostet der Umbau der Museumsliegenschaft Prestegg zu einem Zentrum für Geschichte und Kultur mit einer zeitgemässen Infrastruktur fürs Museum und einem Theatersaal für das Diogenes-Theater. Eine stattliche Summe, welche die Museumsgesellschaft und der Verein Diogenes-Theater nicht alleine stemmen können. Rund 3 Mio. Franken hoffen die beiden Institutionen gemeinsam über Stiftungen, Sponsoren und Spenden zusammenzubringen. 2,5 Mio. Franken übernimmt die Stadt Altstätten, falls die Stimmbürger am 10. Juni dem zustimmen. Und 2,5 Mio. Franken hatte man sich aus dem Lotteriefonds des Kantons erhofft.

Ausstrahlung halt nur regional

In diesen Tagen hat das kantonale Amt für Kultur zuhanden der Junisession des Kantonsrats die Botschaft für die nächsten Lotteriefondsbeiträge veröffentlicht. Darin ist eine erste von zwei Tranchen für das Altstätter Zentrum für Geschichte und Kultur enthalten. Allerdings fällt sie geringer aus als erwartet. Der Kanton möchte nämlich anstatt der beantragten 2,5 Mio. Franken nur 2,2 Mio. Franken beisteuern, die Hälfte davon in dieser ersten Tranche. Begründet wird der geringere Betrag in der Lotteriefondsbotschaft mit der «Regionalität der Kulturinstitution». Sprich: Mehr Geld hätte es möglicherweise gegeben, wenn Museum und Theater eine weiter reichende Ausstrahlung hätten.

Umgekehrt attestiert der Kanton dem Projekt eine über Altstätten hinaus reichende, regionale Bedeutung, was Katrin Meier, die Leiterin des Amts für Kultur, bestätigt: «Wir gehen davon aus, dass das Haus für Geschichte und Kultur ein regionales wiederkehrendes Publikum anspricht.» Sie will den geringer ausfallenden Kantonsanteil am Projekt auch nicht als Beitragskürzung verstanden wissen, sondern als «grosszügigen, angemessenen Beitrag des Kantons St. Gallen an diesen Umbau und die Neupositionierung des Hauses». Bei der Festlegung der Beitragshöhe richte man sich nach allgemeinen Förderkriterien wie Relevanz, Resonanz, Professionalität und Eigenständigkeit. Der Kriterienkatalog ist öffentlich und kann von der der Homepage des Kantons heruntergeladen werden (www.sg.ch/home/kultur/foerderung/dienstleistungen). Man achte bei der Beitragsbemessung auch darauf, dass vergleichbare Projekte in etwa dieselben Beiträge erhielten, sagt Meier. Das Amt für Kultur stehe zudem mit den Verantwortlichen des Museums schon seit Jahren in Kontakt, wobei man wiederholt darauf aufmerksam gemacht habe, dass kaum mit dem angefragten Betrag gerechnet werden könne.

Altstätten profitiert diesmal am meisten vom Lottogeld

Paul-Josef Hangartner, der Präsident der Museumsgesellschaft Altstätten, reagiert denn auch gelassen – obwohl damit zunächst 300'000 Franken auf die vorgesehene Finanzierung fehlen. Auf Gesamtkosten von knapp 8 Mio. Franken seien 300'000 Franken ein vergleichsweise geringer Betrag, sagt er und betont: Auch 2,2 Mio. Franken seien immer noch ein ausserordentlich hoher Beitrag des Kantons an das Projekt. «Möglicherweise ist noch gar nie so viel Geld an ein Kulturprojekt im Rheintal geflossen – wir dürfen stolz darauf und dankbar dafür sein.»

Dem ist durchaus so: 56 Projekte sollen mit der aktuellen Lotteriefondsvorlage mit insgesamt rund 5,5 Mio. Franken bedacht werden. Das Altstätter Projekt ist jenes, das mit einem Fünftel dieser Summe mit Abstand am meisten profitiert – vorausgesetzt, der Kantonsrat genehmigt die Ausschüttung, was dann für die zweite Tranche in der Junisession 2019 nochmals nötig sein wird.

Dennoch stellt sich die Frage, wie die nun fehlenden 300000 Franken kompensiert werden sollen. Abspecken lasse sich das Projekt nicht, sagt Paul-Josef Hangartner: «Wir haben sehr sorgfältig gerechnet.» Allenfalls könnten die effektiven Baukosten geringer ausfallen. Darauf hoffen darf die Museumsgesellschaft wie jede Bauherrschaft. Damit rechnen kann sie freilich nicht.

Der Fehlbetrag kann auch nicht einfach der Stadt aufgebürdet werden. Die Abstimmungsvorlage für den 10. Juni steht; der darin aufgeführte Investitionskostenbeitrag ist auf 2,5 Mio. Franken fixiert (hinzu kommt ein jährlicher Betriebskostenbeitrag von 250000 Franken zugunsten von Museum und Theater, welcher integraler Teil der Abstimmungsvorlage ist). Hangartner will darum statt der bislang vorgesehenen knapp 3 Mio. Franken nun 3,3 Mio. Franken via Stiftungen, Sponsoren und Spenden finanzieren. Dies entspricht auch der Abstimmungsvorlage, welches die Restfinanzierung der Museumsgesellschaft und dem Diogenes-Theater auferlegt.

«Das haut das Projekt nicht um»

Paul-Josef Hangartner ist zuversichtlich, auch die höhere Summe zusammenzubringen. Michel Bawidamann, Co-Präsident des Diogenes-Theatervereins, ist es ebenso: «Miteinander haben wir bereits fast eine Million Franken zugesagt bekommen», sagt er. Dass der Kanton nun weniger Geld sprechen will als erhofft, sei zwar nicht grad erfreulich, «es haut das Projekt aber auch nicht grad um». Bislang habe man hauptsächlich Stiftungen um Unterstützung gebeten. Seien diese Quellen erschöpft, werde man die Mitglieder um Hilfe bitten. Allein der Diogenes-Theaterverein zählte Ende März 674. Und sollte selbst mit der Hilfe der Mitglieder noch nicht alles Geld beisammen sein, käme für Bawidamann auch noch das Aufnehmen eines Bankkredits in Frage.

Hinweis

Am Mittwoch, 23. Mai, findet im Saal des Hotels Sonne ein Informationsabend zur Abstimmung statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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