Weniger Gäste im «Idyll»

ALTENRHEIN. Für schöne Ferien muss man nicht weit weg fahren. Mit Zelt oder Wohnwagen kann man auf dem Campingplatz Idyll in Altenrhein übernachten. Doch die Campinggenossenschaft spürt den zunehmenden Druck der Frankenstärke.

Selina Schmid
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ALTENRHEIN. Friedlich geniessen Kinder ihr Glace auf der schattigen Veranda, während die Eltern über Kaffee und Kuchen ihre Zeitung lesen – Idylle pur bei der Campinggenossenschaft Idyll in Altenrhein. «Für wirklich schöne Ferien muss man nicht weit weg fahren», sagt Ruedi Kuhn. Er ist seit 32 Jahren der Pächter des Restaurants auf dem Campingplatz und führt die Rezeption. «Bei uns kann man zelten, mit dem Wohnwagen eine Nacht bleiben oder als Dauergast diesen hier parkieren», sagt er. Doch dieses Jahr haben weniger Gäste im «Idyll» gebucht.

Gäste aus ganz Europa

Man kenne ihn inzwischen in der ganzen Region, sagt Ruedi Kuhn. Denn nebst dem einfachen Campingplatz finden regelmässig Anlässe statt, wie vor kurzem der jährliche Lottomatch. Auch am ersten August wird es ein Fest geben. «Das ist ein Angebot für die Gäste. Aber jedes Mal kommen auch Leute aus dem Ort vorbei», sagt Ruedi Kuhn. Er schätzt, wie gut der Campingplatz in Altenrhein integriert sei.

Im «Idyll» habe man zu einem Teil Stammgäste, aber auch viele Durchreisende, die für eine oder zwei Nächte bleiben, sagt der Rezeptionist. Die Gäste des «Idyll» kommen aus ganz Europa: Im Frühling habe man überwiegend skandinavische Gäste, im Sommer campen viele Deutschsprachige und solche aus Mitteleuropa in Altenrhein, und im Herbst kämen die meisten aus dem Süden. «Eine ganz neue Gruppe, die bei uns ihre Ferien verbringt, sind Gäste aus dem Ostblock», sagt Ruedi Kuhn. In den vergangenen Jahren durfte die Campinggenossenschaft Idyll mehr Gäste aus Polen, Russland und der Ukraine begrüssen.

Doch dieses Jahr sind generell weniger Camper gekommen. Sogar von den Stammgästen, die jeden Sommer vorbeischauen, verbringen wenige ihre Ferien im «Idyll». Ruedi Kuhn schreibt das unter anderem dem tiefen Eurokurs zu. «Die Schweiz als Ferienziel ist weniger attraktiv geworden, weil die umliegenden Länder günstiger sind», sagt der Pächter des Restaurants. Die Campinggenossenschaft sei zwar preiswert bei einem Übernachtungspreis von 35 Franken für zwei Personen mit Stromanschluss. «Doch die Schweiz generell gilt als teuer, gerade weil auch Lebenshaltungskosten eingerechnet werden müssen», sagt Ruedi Kuhn. Ein anderer Grund sei, dass im vergangenen Sommer das Wetter unbeständig gewesen sei. «Viele Gäste sind dieses Jahr auf <Nummer sicher> gegangen und in den Süden gereist», sagt er. Bemerkbar mache sich das durch die zahlreichen freien Campingplätze.

Familiäres Flair beim See

Aber einige sind doch gekommen. Ein Paar aus Bern, das sich selbst als Stammgäste bezeichnet, verbringt den Sommer, wenn es möglich ist, in Altenrhein. «Wir schätzen besonders das familiäre Flair und die weite Landschaft hier im <Idyll>», sagen sie. Leider habe der Campingplatz keinen eigenen Seezugang, doch sehr weit entfernt liege der Bodensee nicht. «Die Lage ist auch ein Grund, weshalb die Campinggenossenschaft günstiger ist als andere Plätze», sagt Ruedi Kuhn. Das Gebiet direkt am See sei teurer. Konkurrenz gebe es kaum unter den verschiedenen Campingplätzen. «Ist ein Platz ausgebucht, schickt man die Gäste einfach zum nächstgelegenen. Die Kooperation funktioniert in dieser Hinsicht sehr gut», sagt Kuhn.