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Wenig Arbeit, aber immer volle Konzentration

Au-Berneck gewinnt gegen Vaduz II mit 3:2. Für den Auer Goalie Fabio Staudacher ist es ein schwieriges Spiel, weil er wenig zu tun hat, aber zwei Tore kassiert.
Beni Bruggmann

«Du darfst den Ball nie aus den Augen lassen», sagt Fabio Staudacher, der seit Anfang des Jahres 2015 im Tor des FC Au-Berneck steht. Genau so spielt er, auch wenn er diesmal wenig Arbeit hat: Stets aufs Spiel fokussiert, engagiert, konzentriert.

Ist der Ball weit vom Tor entfernt, verlässt er den Strafraum in Richtung Mittelkreis, ist der Gegner am Ball und baut einen Angriff auf, zieht er sich allmählich zurück. «Du musst dich mit dem Spiel verschieben, und du darfst den Kontakt zu deinen Vorderleuten nicht verlieren», ist er überzeugt.

Abwehrorganisator und Dirigent der Feldspieler

Staudacher spielt mit, wo immer der Ball auf dem Feld ist. Er spricht viel. Steht sein Team unter Druck, organisiert er die Abwehr, macht seine Kollegen auf freistehende Gegenspieler aufmerksam oder fordert sie auf, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. Seine Anweisungen werden gehört. Aber Staudacher dirigiert auch, wenn das Spiel vor des Gegners Tor stattfindet. Er wünscht ein Zuspiel oder er fordert einen Abschluss, obwohl seine Kollegen die Anweisung aus dieser Distanz nicht hören können. Er vergisst auch das Lob nicht. Als sein Verteidiger den Ball in höchster Not in Corner lenkt, klatscht er, und als dem Jüngsten im Team, Aussenverteidiger Böhrer, eine Aktion gelingt, bekommt dieser ein «Bravo, Jaro!» zu hören.

Fabio Staudacher, 22-jährig, lebt in den ersten Jahren in Mastrils bei Landquart. Als sportlicher Bündner wäre er vielleicht Skifahrer geworden. «Zwischen den Pfosten» hätte dann wohl so viel wie Slalomfahrer bedeutet.

Mit dem Umzug des Sechsjährigen nach Heerbrugg werden aber aus den Slalomstangen Torpfosten. Bei den Kleinsten allerdings spielt er zuerst noch auf dem Feld, doch schon als E-Junior findet er seinen Traumplatz, und der ist zwischen den Pfosten.

Er besucht die Sportoberstufe an der OMR, wo er die Gelegenheit hat, schon am Nachmittag zu trainieren. Nachher verbringt er ein Jahr am Sportgymnasium in Dornbirn. Dann macht er eine Lehre als Polygraph. Heute verkauft er als Mitarbeiter im Aussendienst der Firma Sorba EDV Software für das Baugewerbe.

Der Fussball-Weg führt Fabio Staudacher als Junior ins Team Rheintal-Bodensee und in den Nachwuchs des FC St. Gallen. Nachher spielt er bei Diepoldsau, bei Widnau, wo er in der 2. Liga inter zum Einsatz kommt, und im Jahr 2014 bei St. Margrethen. Dieses Engagement wirkt sich nicht nur sportlich aus: Er lernt seine Freundin kennen. Sie heisst Fabienne Schnetzer und ist die Tochter des FC-Präsidenten.

Sieg für die Moral nach der Schlappe vor einer Woche

Beide Tore, die der FC Vaduz II zu seiner 2:0-Führung erzielt, kann Staudacher nicht verhindern. In der letzten halben Stunde kehren aber seine Mitspieler das Spiel. Fatlum Aliu, Volkan Akyildiz und Liridon Maliqi in der 90. Minute erzielen die Tore zum Sieg.

«Glücklich, sicher», sagt der Torhüter, «aber in der zweiten Hälfte haben wir gut gekämpft. Wie rasch kommt man im Fussball in eine Negativspirale! Dieser Sieg ist wichtig für die Moral.»

Staudachers Moral hat nicht gelitten, obwohl es im vorangegangenen Spiel gegen Montlingen mit der 0:6-Niederlage miserabel gelaufen ist. Trainer Andreas Lüchinger sagt: «An ihm hat es damals nicht gelegen.» Und auf die Frage, ob ihm denn nach dem 0:2-Rückstand in diesem Spiel nicht vielleicht doch die sechs Gegentore vom letzten Sonntag in den Sinn gekommen seien, antwortet er klar: «Nein, nie!»

Der Frage nach seiner Körpergrösse ringt Staudacher ein Schmunzeln ab. Torhüter müssen schliesslich gross sein. Mit seinen 1,69 m gehört er aber zu den Kleinen. Das Schmunzeln bedeutet: Beurteile die Leistung, nicht die Grösse.

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