Wendepunkt vor der Sommerpause?

Der 21-jährige Dominic Schmitter wird im achten Lauf der Supersport-WM in Misano Dreizehnter. Dank einer Steigerung im Rennen holt er drei WM-Punkte.

Yves Solenthaler, Misano
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Aussprache in der Teambox: Dominic Schmitter und Teamchef Dennis Sacchetti streiten vor Publikum – im Hintergrund Dominics Mutter Petra Schmitter. (Bild: Yves Solenthaler)

Aussprache in der Teambox: Dominic Schmitter und Teamchef Dennis Sacchetti streiten vor Publikum – im Hintergrund Dominics Mutter Petra Schmitter. (Bild: Yves Solenthaler)

MOTORSPORT. Nach der Zieldurchfahrt jubelte Schmitter mit der «Becker-Faust». Auf der Auslaufrunde umarmte er seine Kawasaki, und später im Paddock stiess er mit seinem Mechaniker an. Der Altstätter freute sich, als habe er soeben einen Podestplatz erreicht. Dabei entspricht der 13. Platz nicht einmal seinen Ansprüchen (Top 10). Um das zu verstehen, muss man die Vorgeschichte kennen.

Im Training in der Box

Am Freitag im freien Training wollte sich der Rheintaler auf die Strecke an der italienischen Adriaküste einstellen, die für ihn Neuland ist. Und wie immer ging es dabei darum, die richtige Abstimmung für sein Motorrad zu finden. Doch als Schmitter anfahren wollte, soff der Motor ab. Ganze fünf Runden konnte er am ersten Tag drehen, andere fahren in dieser Zeit zwei bis drei Rennlängen. Auch am Samstag lief es nicht viel besser. Erst im Qualifying war der Töff einigermassen bereit, aber auch dort musste Schmitter öfter als geplant in die Box seines Teams Go Eleven zurückkehren.

Schmitters Wut am Samstag

Zu sagen, der Altstätter sei am Samstag sauer gewesen, wäre eine Untertreibung. Zum siebten Mal im achten Rennen hatte er mit technischen Problemen zu kämpfen. Die sind für seine Motorsportkarriere schon beinahe existenziell: Nur mit Top-Resultaten kann er sich in die Notizblöcke der grossen Teams fahren. Er konnte seine Wut nicht mehr verbergen. Vor dem Qualifying, als auch noch die elektronische Zeitanzeige auszufallen drohte, stellte er Teamchef Dennis Sacchetti zur Rede. Die Krisensitzung fand in der Box, also vor Publikum, statt. Am Abend gingen die Gespräche hinter den Kulissen weiter – ein Abgang oder ein Rauswurf schienen möglich.

Am Sonntagvormittag teilte Go Eleven auf seiner Facebook-Seite mit, dass man die «Missverständnisse» ausgeräumt habe. Schmitter wird die Saison mit neuer Hoffnung bei Go Eleven weiterfahren.

4 Plätze selbst gutgemacht

Nach der Versöhnung lief auf einmal auch die Maschine mehr oder weniger einwandfrei, deshalb jubelte Schmitter nach dem Rennen: Er war auf den 13. Platz gefahren, ohne dass jemand vor ihm gestürzt ist. Zwei Plätze holte er schon in den ersten Kurven auf, in der ersten Kurve der zehnten Runde verbesserte er sich auf P14. In der 18. und vorletzten Runde wurde daraus gar der 13. Platz.

Schmitter jubelte im Ziel: «Für dieses Wochenende ist das ein grossartiges Ergebnis.» Und der Schulterschluss mit seinem Team? «Gibt Hoffnung für den nächsten Lauf in Malaysia.»

Dort wird sich Anfang August zeigen, ob Misano der Wendepunkt in der Saison des Dominic Schmitter war.

Schmitter kämpfte sich bis zur Schlussrunde um vier Plätze vor. (Bild: pd)

Schmitter kämpfte sich bis zur Schlussrunde um vier Plätze vor. (Bild: pd)