Weltgebetstag
Am ersten Freitag im März suchen Menschen auf der der ganzen Welt Verbundenheit im Gebet

Den Weltgebetstag am 5. März haben Frauen aus Vanuatu vorbereitet. Rheintalerinnen feiern ihn auch.

Monika von der Linden
Drucken
Teilen
Juliette Pita, Künstlerin von Vanuatu, hat das Bild geschaffen. Es erinnert an den zerstörerischen Zyklon Pam im Jahr 2015. Damals wurde Juliette selbst durch schützende Palmen gerettet; sie ist überzeugt, dass Gott ihre Gebete erhört hat.

Juliette Pita, Künstlerin von Vanuatu, hat das Bild geschaffen. Es erinnert an den zerstörerischen Zyklon Pam im Jahr 2015. Damals wurde Juliette selbst durch schützende Palmen gerettet; sie ist überzeugt, dass Gott ihre Gebete erhört hat.

Bild: pd

Trifft sich innert 24 Stunden irgendwo auf der Welt eine Frauengruppe, um miteinander dieselbe Liturgie zu feiern, ist es der erste Freitag im März und Weltgebetstag – auch WGT genannt. Der Brauch fördert das Gefühl, miteinander verbunden zu sein. Er sensibilisiert dafür, sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

In jedem Jahr bereitet eine Frauengruppe aus einem anderen Land die Liturgie des Weltgebetstages vor. Sie schreibt jeweils die Vorlage, stellt Sorgen wie Wünsche ihrer Geschlechtsgenossinnen in den Blickpunkt. Am 5. März geht es um Vanuatu, einen Inselstaat im Südpazifik. Er ist bekannt unter dem Namen «Neue Hebriden». Der Seefahrer James Cook hatte ihn der englischen Inselgruppe gegeben, als er 1774 auf seiner zweiten Südseereise auf ihr landete. So hiess der Archipel, bis er 1980 von der britisch-französischen Doppelherrschaft unabhängig wurde.

In den letzten Jahren schrieb Vanuatu zweimal weltweit Schlagzeilen. Im März 2015 richtete der Wirbelsturm Pam Verwüstungen an. Im April 2020 tat es ihm Harold gleich. Die zum Teil noch aktiven Vulkane sind eine Touristenattraktion und ein Risiko für die Bevölkerung.

Die einheimischen Frauen verschiedener christlicher Konfessionen erarbeiteten eine Feier, in der sie die Schönheit ihrer Inseln vorstellen. Sie gehen auch auf Herausforderungen ein, de­nen sich besonders junge Frauen stellen müssen. Ihr Thema lautet: «Auf festen Grund bauen». Die Liturgiegruppe bezieht sich auf das biblische Gleichnis im Matthäusevangelium (Mt 7, 24–27) vom Hausbau am Ende der Bergpredigt. Die Frauen drücken aus, dass sie auf die Worte Jesu hören und entsprechend handeln wollen.

Weltgebetstag trotz Pandemie feiern

Die Kirchen der Region beteiligen sich auch in diesem Jahr am Brauch (siehe Kasten). Sie nutzen für die ökumenischen Feiern den vom Bundesrat gewährten Spielraum für Gottesdienste. Die Planungen beruhen auf der Annahme, dass die Coronaschutzmassnahmen nicht weiter verschärft werden. In den zurückliegenden Jahren kamen zu einer Feier meist nicht mehr als fünfzig Besucherinnen und Besucher – auch Männer sind willkommen. Eine Anmeldung ist demnach nicht erforderlich, aber im auch sonst üblichen Rahmen empfohlen. Die Treffen werden wohl etwas nüchterner als gewohnt daherkommen: Miteinander zu singen, ist verboten und man verzichtet auch darauf, von den Spezialitäten Vanuatus zu kosten.

Projekte in Vanuatu und der Schweiz unterstützen

Die Frauen sind weltweit verbunden – einerseits im Gebet, andererseits durch Spenden. WGT Schweiz fördert gezielt Projekte. Von den in der Schweiz eingegangenen Spenden sind 45000 Franken für drei Projekte in Vanuatu sowie je eines in Indonesien und auf den Philippinen vorgesehen. Zum Beispiel lernen Mütter in der Teouma Christian Academy auf der Insel Efate qualitativ hochwertige Textilien zu nähen. Die Frauen verkaufen sie an Touristen, generieren Einkommen und stärken ihr Ansehen im Dorf. Mehrjährig ist das Engagement des Elisabethenwerks (Schweize­rischer Katholischer Frauenbund, SKF). Im indischen Bihar führen die Ingenbohl-Schwestern ein Spital. Sie bilden einheimische Frauen aus. Die Schüler­innen helfen ihren Familien, arbeiten als Gesundheitsbera­terinnen und Krankenschwestern. Der Christliche Friedensdienst (cfd) legt Grundsteine der Integration von Frauen in der Schweiz. WGT Schweiz unterstützt einen Kurs, in dem Frauen Grundkenntnisse wirtschaftlicher Abläufe erhalten. Sie verstehen die Zusammenhänge von Arbeit, Zeit und Lebensqualität.

www.wgt.ch

Aktuelle Nachrichten