Welten in Musik und Tanz verbunden

Im Rahmen des 3. Komik + Ko-Festivals gastierten am Donnerstag Bettina Castaño und die Alder-Buebe im Kinotheater Madlen. Die virtuose Verbindung von Flamenco und Appenzeller Streichmusik faszinierte die Zuschauer.

Andrea Plüss
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Bettina Castaño und die Alder-Buebe begeisterten mit Flamenco und Appenzeller Streichmusik. (Bild:Andrea Plüss)

Bettina Castaño und die Alder-Buebe begeisterten mit Flamenco und Appenzeller Streichmusik. (Bild:Andrea Plüss)

heerbrugg. Was vordergründig nicht zusammenzupassen scheint, entwickelte sich zu einer ausdrucksstarken, mitreissenden und musikalisch-tänzerischen Darbietung der Extraklasse. Langsam und fast verhalten begann die Volksmusik-Formation mit einem Hackbrettsolo von Walter Alder. Ähnlich zurückgenommen die Bewegungen von Flamenco-Tänzerin Bettina Castaño, die mit einem grossen Tuch präzise kontrollierte Drehungen zeigte.

Mit dem Einsetzen der Violine (Michael Bösch) zog das Tempo an, und die ersten spanischen Klänge zauberten ein Lachen auf Castaños Gesicht. Olé-Rufe waren zu hören, während die rund 170 Zuschauer applaudierten.

Experimentelle Vielfalt

Bereits vor einigen Jahren war Bettina Castaño, gebürtig aus Teufen, mit den vier Alder-Buebe (neben Walter Alder und Michael Bösch noch Willi Valotti, Akkordeon und Köbi Schiess, Kontrabass) aufgetreten, die sich mit ihrer gepflegten Appenzeller Musik national und international ei- nen Namen gemacht haben.

Bettina Castaño ist eine der herausragenden Flamencotänzerinnen in Sevilla. Immer wieder experimentiert sie mit neuen musikalischen Elementen und Einflüssen und entwickelt dadurch einen ganz persönlichen, intensiven tänzerischen Ausdruck, der üben den traditionellen Flamenco hinaus weist.

Perfektion und Leidenschaft

Agierten anfangs die Alder- Buebe und die Tänzerin eher nebeneinander, entwickelte sich mit jedem neuen Stück ein musikalisch tänzerisches Miteinander bei Polka, Walzer, Csárdás, Tango oder Zäuerli.

Castaño beeindruckte mit einer phänomenalen Fussarbeit ebenso wie mit fast lasziv kokettierenden Bewegungen, aus denen sich ein Wechselspiel mit den Appenzeller Musikern in Sennentracht entwickelte; vorzüglich dargeboten im Zusammenspiel mit Willi Valotti. Kleine trippelnde Provokationen, schnippisch wirkende Fussspiele und ein strahlendes Lachen der Meisterin des Flamenco veranlassten die Zuschauer zu lang anhaltendem Klatschen und begeisterten Ausrufen wie «sensationell» oder «bravo».

Besondere Klangerlebnisse boten das Tellerschwingen und der Cajon, den Bettina Castaño nutzte wie ein musikalisches Möbelstück.

Siedwurst und Paella

Mit dem Lied «Birrewegge, Schmalz und Brot» verabschiedeten sich die Alder-Buebe singend und jodelnd. In amüsanter Weise stellte Willi Valotti nun, fast am Ende der Vorstellung, die Alder- Buebe vor und beschrieb das künstlerische Zusammenspiel mit Bettina Castaño mit den Worten: «Wir miteinander, das ist wie Siedwurst und Paella».

Beim letzten Stück – einer Sevillana – spielte El Espina auf der Gitarre und liess das Hackbrett akustisch in den Hintergrund treten. Zurück blieb ein begeistertes Publikum.