Weltcupstart unter neuen Vorzeichen

Jolanda Neff und Thomas Litscher haben das Team gewechselt, Simon Vitzthum sich der Weltspitze genähert und Noah Blöchlinger debütiert in der Elite. Für die Rheintaler steht der Weltcupauftakt in Albstadt unter dem Motto: Alles neu, macht der Mai.

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Thomas Litscher bestreitet am Sonntag sein erstes Rennen als 30-Jähriger. (Bild: Bilder: ys)

Thomas Litscher bestreitet am Sonntag sein erstes Rennen als 30-Jähriger. (Bild: Bilder: ys)

Was der Mai, genauer der 14., in jedem Jahr neu macht, ist Thomas Litschers Alter: Am Sonntag, 19. Mai, startet er beim Weltcup im schwäbischen Albstadt erstmals als 30-Jähriger.

Zum Feiern blieb freilich nicht viel Zeit: Nach Vorbereitungsrennen in der Bundesliga und am Swiss Cup folgt das erste wirklich wichtige Rennen des Jahres.

Thomas Litscher richtet den Blick aufs Podest

Der WM-Bronzemedaillengewinner von 2017 erreichte in den bisherigen Saisonrennen solide, aber nicht aufsehenerregende Resultate. Erstmals bestritt der Thaler ein Rennen des Coupe de France – auch nach zehn Jahren als Profi gibt’s noch Premieren. Bei Litscher hängt sie damit zusammen, dass er neu für ein französisch-baskisches Team fährt, Bei KMC Ekoi Orbea ist auch der frühere Europameister Florian Vogel dabei. Unverändert bleibt Litschers Zielsetzung: Top 10. Wobei der Blick aufs Podest gerichtet ist – sein bisher bestes Ergebnis ist ein vierter Platz im Jahr 2013 in Nove Mesto.

Simon Vitzthum aus Rhein-eck fährt schon seit 2012 fürs Team Bischibikes. Er hat letztes Jahr das Bahnfahren entdeckt, fährt auch viele Quer und manchmal auch auf der Strasse. Der 24-Jährige ist aber in erster Linie noch immer Mountainbiker. Und auch im Gelände zeigte er in diesem Frühling Fortschritte. Er konnte in den Vorbereitungsrennen mit den besten Schweizern mithalten und zweimal sogar Litscher hinter sich lassen.

Im Weltcup muss sich Vitzthum aber wieder hinten anstellen – deshalb wäre bereits ein Top-30-Platz sehr bemerkenswert.

Das gilt erst recht im Falle des noch ein Jahr jüngeren Noah Blöchlinger. In seinem ersten Elite-Jahr kann’s für den Vorderländer nur darum gehen, sich in der UCI-Rangliste zu verbessern.

Jolanda Neff als doppelte Titelverteidigerin am Start

Die 26-jährige Thalerin Jolanda Neff startet als Titelverteidigerin in den Weltcup. Sie hat die Jahreswertung schon dreimal gewonnen, aber wohl noch nie auf so konstante Weise: Nur einmal landete Neff neben dem Podest, dreimal gelang ihr der Tagessieg – unter anderem auch in Albstadt, wo sie bereits 2015 gewonnen hatte. Nur an der WM in Lenzerheide lief es Neff nicht, dort musste sie sich mit dem vierten Platz begnügen.

Ende August bietet sich der Weltmeisterin von 2017 auf ihrer Lieblingsstrecke in Mont-Sainte-Anne (Kanada) die Chance, den an die US-Amerikanerin Kate Courtney verlorenen Titel zurückzuholen.

Die Ausgangslage ist spannend: In den letzten zwei Jahren kamen immer neue Sieg- und Podestfahrerinnen dazu, sodass es bei Tagesrennen inzwischen zwei Hände braucht, um alle Favoritinnen aufzuzählen. (ys)

Cross-Country-Weltcup

19. Mai: Albstadt (De). 26. Mai: Nove Mesto (Cz). 7. Juli: Vallnord (And). 14. Juli: Les Gets (Fra). 4. August: Val di Sole (Ita). 11. August: Lenzerheide. 8. September: Snow Shoe (USA).

Weltmeisterschaft: Vom 28. August bis 1. September in Mont-Sainte-Anne (Kanada).