Welches Instrument soll mein Kind lernen? Mit Detektiv Antonio kommen Eltern und Kinder den Tönen auf die Spur

Herauszufinden, welches Instrument ein Kind erlernen möchte, ist nicht ganz leicht. Detektiv Antonio hilft deshalb dabei.

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Antonio braucht Hilfe für seinen dritten Fall. Er radelt an einem Sommertag mit seinem alten Velo von Thal an den Rohrspitz.

Antonio braucht Hilfe für seinen dritten Fall. Er radelt an einem Sommertag mit seinem alten Velo von Thal an den Rohrspitz.

Bild: Carmen Baumgartner

Manche Kinder wissen schon früh, welches Instrument sie erlernen möchten. Sie haben Vorbilder oder können ihr Wunschinstrument bei Freunden oder in der Familie ausprobieren. Andere Kinder haben keine genaue Vorstellung oder es fällt ihnen schwer, sich für ein Instrument zu entscheiden, das ihnen und ihrem Alter entspricht.

Dieses Jahr durften die Musikvereine und Musikschulen bisher keine Instrumentenvorstellungen durchführen. Damit man den Kindern der ersten Primarklasse – sie besuchen die musikalische Grundschule – ihre Fragen trotzdem beantworten kann, hat sich die Musikschule Am Alten Rhein einen neuen Weg einfallen lassen. Sie schickt Musikdetektiv Antonio los. Er soll mysteriöse Fälle lösen und sucht Spuren.

Auf der Website sind Rätsel zu finden

Antonio zählt auf die Hilfe von etwa 140 Kindern aus Rheineck, St.Margrethen und Thal. Seit dem 4.Mai finden sie jeden Montag ein neues Rätsel auf der Website der Musikschule. Die Aufgaben sind jeweils in eine Geschichte verpackt, die in ei­ner der drei Mitgliedsgemeinden spielt.

Zum Beispiel sollen die Kinder einen Buchstabensalat ordnen, Fälschungen erkennen oder den richtigen Weg zu ei­nem Instrument finden. «Wer alle sechs Rätsel durchspielt, lernt 25 Instrumente kennen», sagt Musikschulleiter Rainer Thiede. Alle Instrumente, die in einem Fall eine Rolle spielen, können sich die Kinder ansehen und anhören. Sie folgen den Links zu Videos, in denen Kinder auf dem jeweiligen Instrument vorspielen.

«Die Rätsel sind bewusst anspruchsvoll gestaltet», sagt Rainer Thiede. «Wir möchten, dass die Eltern ihre Kinder unterstützen.» Sie begleiten sie ebenso beim Rätsel lösen, wie beim Finden des passenden Instrumentes und später beim Üben.

Detektivprojekt statt Präsenzunterricht

Gestaltet hat Carmen Baumgartner das interaktive Kennenlernangebot. Sie unterrichtet die Kinder in der musikalischen Grundschule. Als der Präsenzunterricht ausfiel, nutzte sie die gewonnene Zeit, um den Draht zu den Kindern zu stärken. Sie erschuf die Figur des Detektivs Antonio und konzipierte seinen Onlineauftritt. Carmen Baumgartner schrieb die Detektivgeschichten rund um die in der Musikschule erlernbaren Instrumente und stellte die Rätsel zusammen. Ihre Familie spannte sie auch noch ein. Mit Farbstiften illustrierten ihre Kinder die sechs Geschichten. Rainer Thiede programmierte den Rätselspass und stellte ihn online.

Online soll es auch in Zukunft geben

«Das Engagement trägt dazu bei, die Musikschule weiterzuentwickeln», sagt er. «Mir ist nicht bekannt, dass es solch ein Projekt bereits gibt.» Die Umsetzung von Carmen Baumgartners Idee sei eine Pionierarbeit. «Wir möchten künftig den Präsenz- mit dem Onlineunterricht kombinieren.»

Ein weiteres Beispiel ist das virtuelle «Haus der Musik». Es wird am Samstag, 13. Juni, auf der Website aufgeschaltet und versteht sich als Ergänzung zu den anderen Formen der Instrumentenvorstellung. Jedes Fenster dieses Hauses entspricht einer Instrumentengattung. Wer ein Fenster per Mausklick öffnet, blickt zum Beispiel in die Etage der Streicher. Wer dort Räume erkundet, findet die Violine, das Cello und mehr.

Falls es die behördlichen Auflagen zulassen, holt die Musikschule Am Alten Rhein den Infoanlass am Freitag, 12. Juni, um 19.30 Uhr nach. www.msaar.ch