Weiteres Potenzial für Aktien im vierten Quartal – verbunden mit Risiken

Das nun abgeschlossene dritte Quartal war für die Aktien ein starkes. Ob es im vierten Quartal im gleichen Stil weitergeht, bleibt naturgemäss vorerst offen. In Marktkreisen wird den Aktien allerdings vielerorts weiteres Aufwärtspotenzial zugebilligt, auch wenn die Risiken hoch bleiben.

Drucken
Teilen

Das nun abgeschlossene dritte Quartal war für die Aktien ein starkes. Ob es im vierten Quartal im gleichen Stil weitergeht, bleibt naturgemäss vorerst offen. In Marktkreisen wird den Aktien allerdings vielerorts weiteres Aufwärtspotenzial zugebilligt, auch wenn die Risiken hoch bleiben.

Notenbanken prägten

Die Halbjahresberichtssaison der Unternehmen ist insgesamt zufriedenstellend verlaufen, geprägt war das Quartal aber vor allem von den Notenbanken: Mit der EZB und der amerikanischen Notenbank halten die global gesehen wichtigsten Player die Geldschleusen weiterhin offen. Im Fall der EZB dient dies der Eindämmung der Folge der Staatsschuldenkrise und im Fall des Fed vor allem der Ankurbelung der Beschäftigung.

Die ultralockere Geldpolitik hat im dritten Quartal zu einem markanten Anstieg der Aktienkurse geführt, wobei der hiesige Leitindex SMI in den Monaten Juli bis September praktisch seinen ganzen Jahresgewinn von aktuell rund zehn Prozent äufnete. Während einerseits zahlreiche Kommentatoren vor den unabsehbaren Folgen dieser Geldpolitik und vor den Inflationsgefahren warnen und die Bildung neuer Blasen prophezeien, sehen dennoch viele Marktteilnehmer auch für das vierte Quartal weiteres Potenzial für Kursgewinne bei den Aktien. Denn die Risiken eines Euro-Zerfalls haben dank der EZB-Intervention nachgelassen.

Eine Verschnaufpause der Aktien oder gar eine leichte Konsolidierung der Gewinne der vergangenen Monate zu Beginn des Monats Oktober würde niemanden überraschen, zumal die Saison für die Drittquartalsberichte der Unternehmen erst Mitte Monat so richtig anläuft. Mangels Alternativen und getrieben von der vorhandenen Liquidität könnte der SMI allerdings sein diese Woche erreichtes Jahreshoch bei rund 6620 Punkten noch weiter nach oben treiben, wobei optimistischere Prognosen einen Angriff auf die Marke bei 7000 Punkten nicht ausschliessen.

Schlüsselfaktoren für die Entwicklung bis zum Jahresende bleiben die Konjunktur im Allgemeinen, die weitere Entwicklung in der Eurozone und auch die Frage, ob in China ein «soft landing» gelingen wird. Wichtig ist zudem, dass es nicht zu geopolitischen Erschütterungen und Verwerfungen am Ölmarkt kommt.

Nur wenige Zahlen

Die Agenda für kommende Woche ist sehr dünn: Roche wird anlässlich eines Onkologiekongresses über Neuigkeiten aus ihrer Produktepipeline berichten, konjunkturseitig stehen die Herbstprognose der KOF oder die Konsumentenpreise und die Arbeitslosenzahlen auf dem Programm. In den USA wird unter anderem der monatliche Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. (pd)