Weisstannental bei Schwendi
«Dankbar für jede Hilfe»: Der Gnadenhof Luna ist vom grossen Schnee in Mitleidenschaft gezogen worden – und mehr denn je auf Spenden angewiesen

Die jüngsten Schneefälle bringen die Hofbetreiber Theresia Seyffert und Geza Kercho an ihre Grenzen. Ihr Gnadenhof im Weisstannental bei Schwendi ermöglicht beeinträchtigten und abgeschobenen Nutz- und Haustieren ein würdevolles restliches Leben. Jetzt ist der Hof auf eine helfende Hand angewiesen.

Miguel Lo Bartolo
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Meterhohe Schneedecke beim Gnadenhof Luna.
12 Bilder
Im Bild: Theresia Seyfferts Ehemann, Geza Kercho.
Geza Kercho schaufelt spätabends Schnee.

Meterhohe Schneedecke beim Gnadenhof Luna.

Bilder: PD

«Wir sind hier in der Lawinengefahrenzone», sagt Theresia Seyffert, Gründerin der Stiftung Gnadenhof Luna. Das 200-Seelen-Dorf Weisstannental bei Schwendi liegt auf 1004 Metern über Meer. Auf Seyfferts Hof haben zurzeit rund 70 beeinträchtigte und abgeschobene Nutz- und Haustiere einen Platz, an dem sie ihr restliches Leben geniessen können. Doch so sicher ihr Unterschlupf unter normalen Bedingungen ist, so bedroht ist ihr Zuhause während der aktuellen Wetterverhältnisse.

Seyffert mag sich nicht daran erinnern, je einen derart unablässigen Schneefall erlebt zu haben. Sie sagt:

«Ich betreibe den Hof jetzt schon seit 27 Jahren. So schlimm wie in den vergangenen Tagen war es hier noch nie.»

Am Mittwochmorgen startete Seyffert einen Aufruf über Facebook. Sie bat um Hilfe bei der Schneeräumung ihres Hofs. Zu diesem Zeitpunkt war eines der Stalldächer bereits eingestürzt. Laut Seyffert sah es ausserdem bei den Hühnern zuweilen kritisch aus. Weil das Hühnerhaus auf einem Podest am Hang steht, evakuierte man sie in den Schafstall:

Hilfe kommt frühestens am Samstag

Bild: PD

Innerhalb der ersten 24 Stunden hat sich dann ein erster Helfer gemeldet. Am Freitag haben ihr drei weitere Personen Hilfe zugesichert. Doch die Strassen in Weisstannental sind weitestgehend gesperrt. Vor Samstag früh kommt also keine Hilfe. «Wir hoffen, dass die Strassen morgen freigegeben werden», sagt Seyffert.

Auf dem Hof sind sie eingeschneit. Ihr Auto ist im Unterstand gefangen, es steht hinter einer fast zwei Meter hohen Schneedecke. Auch der Unterstand, unter dem ihre Tiertransporter stehen, hat schon bessere Tage gesehen. Er ist unzugänglich, weil das Dach so weit eingeknickt ist, dass es bereits auf die Transportwagen drückt. Mehr dazu im TVO-Beitrag:

Gnadenhof ist auf Spenden angewiesen

Der Gnadenhof hat sich lange Zeit mit dem Einkommen von Theresia Seyffert und jenem ihres Ehemanns, Geza Kercho, finanziert. Erst als sich Theresia Seyffert hauptberuflich und vollzeitlich um den Gnadenhof kümmert, ist die Stiftung auf Spenden angewiesen. Seyffert sagt:

Theresia Seyffert mit ihrem Ehemann Geza Kercho.

Theresia Seyffert mit ihrem Ehemann Geza Kercho.

Bild: PD
«Nur mit einem Einkommen lässt sich der Aufwand unmöglich stemmen.»

Die Schäden, die der Schneefall unlängst angerichtet hat, erschweren die finanzielle Situation des Gnadenhofs zusätzlich. Man habe ausserdem erkannt, dass diverse Stalldächer derartigen Wetterverhältnissen ungenügend trotzen. Deshalb stehen im Frühling Reparaturen an.

Seyffert erhofft sich, dass sich gerade auch in Hinblick auf diese Zeit freiwillige Helfer und Spender finden lassen.

Hinweis: Mehr zur Stiftung Gnadenhof Luna finden Sie auf deren Webseite.