Weisse Frau an der Fähnern

WIDNAU. Wenn die Berghänge schneebedeckt sind, fällt unserem Leser Wolfgang Morgenstern in Widnau eine abgeholzte Stelle an der Fähnern, zwischen Hohen Kasten und Säntis auf.

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Das Wäldchen senkrecht unter dem Gipfel bildet das Auge, drumherum ist das Gesicht im Profil erkennbar. (Bild: Wolfgang Morgenstern)

Das Wäldchen senkrecht unter dem Gipfel bildet das Auge, drumherum ist das Gesicht im Profil erkennbar. (Bild: Wolfgang Morgenstern)

In der Freifläche mit einem Wäldchen drin ist ein seitliches Frauen-Antlitz zu erkennen: hohe Stirn, Auge, Augenbraue, Nase, Mund, ein etwas zu langes, spitzes Kinn und die Halsgegend. Ist dies ein von Holzfällern gestalteter Kopf einer «weissen Frau», die über dem Rheintal wohnt?, fragt sich Wolfgang Morgenstern. Weisse Frauen gibt es viele in der Literatur, in Sagen, auf Burgen, in Schlössern, als Legende und Balladen. Taut der Schnee, so schmilzt die weisse Frau an der Fähnern vom Hals weg in die Höhe. Im Frühling wird die weisse Frau zu einer hellgrünen Frau, umrahmt von dunklen Tannen. Hat man das Bild der weissen Frau einmal erkannt, so sieht man es immer wieder – es muss ja nicht wie Ottfried Preussler beschreibt aus der weissen Frau ein Gespenst werden, findet Leser Morgenstern. (sc)