WEINBAU: Neue Lebensraumelemente im Rebberg

Vor eineinhalb Jahren erneuerte das Weingut Schmid Wetli am Rötiberg 35 Aren Rebberg. Dank der Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Riet Rheintal sind dabei mehrere Lebensraumelemente entstanden.

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Neue Steinlinse am Rand des terrassierten Rebbergs. (Bild: PD)

Neue Steinlinse am Rand des terrassierten Rebbergs. (Bild: PD)

Für eine maschinelle Bewirtschaftung wurde der steile Rebberg im Frühling 2015 terrassiert und anschliessend neu bepflanzt. Das Weingut Schmid Wetli gab dem Verein Pro Riet Rheintal die Möglichkeit, Ideen für ökologische Aufwertungen einzubringen. Als gemeinsames Werk entstanden so verschiedene Elemente, die den Rebberg als Lebensraum bereichern. Die neuen Rebstöcke stehen jeweils an der Vorderkante einer Kleinterrasse. Die angrenzende Böschung wurde mit einer Samenmischung begrünt, die neben der Böschungsstabilisierung auch eine höhere Pflanzenvielfalt bringen soll. Im Idealfall entsteht ein Linienmuster von Blumenwiesenstreifen. Und so wachsen heute an den Böschungen Wiesensalbei, Margerite und Wundklee.

Die Steine, die bei der Terrassierung zum Vorschein kamen, wurden am Rand des Rebbergs zu vier Steinhaufen aufgeschichtet. Diese sind so aufgebaut, dass sie für Zauneidechsen und andere Tiere ganzjährig als Unterschlupf dienen können. Einige Einzelsträucher bereichern den Rebberg für die Vogelwelt und Insekten. An drei besonders steilen Abschnitten wurden Trockenmauern mit offenen Fugen gebaut. Neben der Förderung von Reptilien und anderen Kleintieren verschönern die Mauern auch das Landschaftsbild. Und falls der seltene Wiedehopf seine Rückkehr ins Rheintal gegen Norden fortsetzt und in Berneck brüten will, so findet er zwei vorbereitete Nisthöhlen. In anderen Rebgebieten konnte man so den Vogel erfolgreich fördern.

Mit seinem Engagement möchte der Verein Pro Riet Rheintal die Artenvielfalt im Rebgebiet des Rheintals fördern. Bei Terrassierungen ist die Gelegenheit zur Schaffung von Lebensräumen besonders günstig. Ähnliche Projekte konnten bereits in Berneck, Balgach und Altstätten umgesetzt werden. Am Rötiberg ziehen das Weingut Schmid Wetli und Pro Riet nach dem zweiten Sommer eine recht positive Zwischenbilanz. Es laufen daher Abklärungen für ein nächstes gemeinsames Projekt. (pd)