Weihnachtsstress hält sich in Grenzen

ST.MARGRETHEN. Der Rheinpark erlebt eine stressfreie Weihnachtszeit: Nicht etwa, weil Kunden fern bleiben, sondern weil sie mehr Zeit haben und ihre Einkaufstage im Voraus planen. Doch nicht allen Unternehmen im Einkaufszentrum läuft es gleich gut.

Remo Zollinger
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Weihnachtsstimmung ja, aber kein Stress: Der Rheinpark stösst in der Vorweihnachtszeit nicht an seine Kapazitätsgrenzen. (Bild: Remo Zollinger)

Weihnachtsstimmung ja, aber kein Stress: Der Rheinpark stösst in der Vorweihnachtszeit nicht an seine Kapazitätsgrenzen. (Bild: Remo Zollinger)

ST. MARGRETHEN. Keine Spur von vorweihnachtlicher Panik: Im Rheinpark ist es ruhig. Die Geschäfte laufen aber dennoch gut. Die Grosseinkäufe wurden mehrheitlich bereits getätigt. In den letzten Tagen werden eher noch kleinere Geschenke eingekauft.

Eher ruhig, aber nicht schlechter

Dass es so ruhig ist, ist für Andreas Aepli, Geschäftsführer der Migros Rheinpark, aber kein schlechtes Zeichen. «Der Rheinpark war anderthalb Wochen am Stück geöffnet, darum gab es kaum Stosszeiten. Wir erleben ganz gute letzte Tage.» Im Vergleich mit dem Vorjahr sei man etwa auf dem gleichen Level, wobei dies je nach Branche variieren könne: «Der Textilindustrie fehlt die Kälte.» Vor dem Einkaufszentrum trinken Leute Kaffee, ein Grillstand würde guten Umsatz machen.

Als «sehr gut, sogar besser noch als im Vorjahr» bezeichnet Christian Rogenmoser von der Apotheke Rogenmoser den Sonntagsverkauf vom 20. Dezember. Sonst läuft es seinem Geschäft aber schlechter: «Die Nähe zur Grenze macht uns zu schaffen. Die Leute kaufen Beauty-Produkte lieber im Ausland», sagt er. Auf Preissenkungen verzichtet sein Betrieb bewusst. «Es ist der falsche Zeitpunkt dafür», so Rogenmoser.

Grosszügige Öffnungszeiten

Dennoch fällt auf, dass die meisten Geschäfte heruntergesetzte Waren anbieten. «Das ist nicht neu: Seit der Aufhebung der amtlichen Bewilligung für Sonderverkäufe regelt sich der Markt so selbst», erklärt Daniel Nessensohn, Geschäftsführer von Mode Weber. Er ist darüber nicht unglücklich, ist es in seiner Branche doch üblich, bereits um diese Zeit Platz für die Frühlingskollektion zu schaffen. Sein Geschäft profitiert nur bedingt vom Sonntagsverkauf: «Unsere Kunden nehmen sich mehr Zeit, um in Ruhe einzukaufen.»

Trotzdem ist er zufrieden. Grosszügige Öffnungszeiten hätten dazu geführt, dass Schlangen hinter den Kassen ausblieben. Ausserdem arbeiteten viele Leute seit letztem Freitag nicht mehr, weshalb sich der Andrang auf mehr Tage als üblich verteilt. «Die Brücke war sicher ein Faktor», sagt auch Aepli.

Keine Panik beim Einkaufen

Der Päcklitisch wird rege genutzt, Schlangen bilden sich aber nicht: Es sind kleinere Geschenke, die jetzt noch eingekauft werden. Im Wagen liegen sie neben Lebensmitteln und Artikeln für den täglichen Bedarf. Ein älterer Mann packt eine Schachtel Pralinen ein: «Alles andere habe ich schon vorher gekauft, um nicht in den letzten Tagen wahnsinnig zu werden.» Das gleiche sagt eine Jugendliche, die ein Flacon Parfum in Papier einwickelt: «Dieses Geschenk war gar nicht geplant, ich habe es spontan gefunden.»

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