WEF-Airport Altenrhein ausgebucht

Gestern herrschte am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein Hochbetrieb. Für Jets der Besucher des Weltwirtschaftsforums (WEF) gab's keine Parkplätze mehr, das Restaurant hat den Umsatz des Jahres erzielt und die Schaulustigen drängten sich rings ums Gelände.

Kurt Latzer
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Der Flugplatz in Altenrhein ist erstmals WEF-Airport. Das hat sich herumgesprochen, denn die Schaulustigen und Flugzeug-Fans kamen in Scharen. Bestaunt haben sie auch das Grossflugzeug der litauischen Luftwaffe, mit dem Regierungsmitglieder des Landes angereist sind. (Bilder: Kurt Latzer)

Der Flugplatz in Altenrhein ist erstmals WEF-Airport. Das hat sich herumgesprochen, denn die Schaulustigen und Flugzeug-Fans kamen in Scharen. Bestaunt haben sie auch das Grossflugzeug der litauischen Luftwaffe, mit dem Regierungsmitglieder des Landes angereist sind. (Bilder: Kurt Latzer)

ALTENRHEIN. Der Flugplatz in Altenrhein ist dieses Jahr erstmals offizieller WEF-Airport. Und das haben die Betreiber und die Angestellten gestern zu spüren bekommen. Schon auf der Fahrt zum Flugplatz, entlang der Hauptstrasse parallel zur Start- und Landepiste, haben sich Zaungäste versammelt.

Viel Volk; fast alle Parkplätze vor dem Airport-Gebäude besetzt; vor dem Restaurant stehen die Leute zeitweise Schlange. Nicht besser sieht es mit den Abstellflächen für Flugzeuge aus. «Wir sind komplett belegt», sagt Thomas Mary, Mitglied der Geschäftsleitung, Airport Altenrhein AG.

Viel Verkehr am Dienstag

Mit dem grössten Andrang habe man eigentlich am Mittwoch gerechnet. Mehr Flugzeuge als erwartet sind bereits am Dienstag in Altenrhein gelandet. «Möglich, dass einige nun auf andere Plätze ausweichen, weil sie hier nicht mehr parkieren können», meint Mary. Während dem Gespräch starten und landen Flugzeuge im Zehn-Minuten-Takt. Dicht an dicht stehen die Business-Jets neben und in Hangars.

Feuerwehr in Vollbesetzung

Wie eng die Flugzeuge zusammengestellt wurden, zeigt sich auf einer kurzen Fahrt mit dem Airport-Jeep. «Wenn da einer früher als ursprünglich gemeldet abfliegen will, haben wir ein kleineres Problem. Dann müssen wir rangieren», lächelt Thomas Mary.

Neu ist die Situation für den frischgebackenen Kommandanten des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg (RTL), Enzo Termine. Denn er trägt nicht nur die Verantwortung für die drei jüngst fusionierten Feuerwehren, sondern auch die am Flugplatz. Auch er muss den Sicherheits-Check über sich ergehen lassen, will er hinaus aufs Flugfeld. «Zurzeit gilt aufgrund der vielen Flugbewegungen den ganzen Tag über die höchste Sicherheitsstufe», sagt Termine. Zwischen sieben und zehn Leute und zwei Tanklöschfahrzeuge stehen im Notfall zur Verfügung. Insgesamt leisten etwa 30 Personen Dienst in der Flugplatz-Feuerwehr, die meisten davon arbeiten am Airport. «Vom Alarm bis zur ersten Wasserabgabe haben wir drei Minuten Zeit. Das müssen wir garantieren», sagt der RTL-Kommandant. Dies werde mindestens zweimal pro Jahr durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt getestet.

Im Tower verfolgen drei Leute die Bewegungen im Luftraum und am Boden.

Keine Promis

«Sag dem Piloten der Piper, er habe zu weit vorne parkiert», spricht Fluglotse Dirk Pickelmann ins Funkgerät. Neben ihm sitzt Stephanie Lott. Sie unterstützt den Fluglotsen. «Sie absolviert in Altenrhein eine Zusatzausbildung, speziell für diesen Airport», sagt Thomas Mary.

Hinter ihr hat Coach Rino dalla Corte Platz genommen und blickt ihr aufmerksam über die Schulter. Von hier aus kann man das Treiben auf und neben der Piste gut verfolgen. Immer mehr Leute stehen hinter der Umzäunung, einige davon mit Fotoapparaten und langen Objektiven ausgerüstet. Flugzeuge verschiedenster Bauart und Grösse von überall her sind zu sehen. Am Vormittag war die Maschine des holländischen Königshauses kurz in Altenrhein zu Gast – das war's. Promis aber lassen sich zur Enttäuschen vieler Besucher keine blicken. Mary: «Wir wissen zwar, woher die Flugzeuge kommen, nicht aber, wer drinsitzt.» Was musste man ändern oder anpassen, um WEF-Airport zu werden? «Eigentlich nichts. Das ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Beim Eingang haben die WEF-Organisatoren einen Welcome-Desk aufgestellt», schmunzelt Thomas Mary. Vor allem der gute Service und die kurzen Wege schätzten die speziellen Passagiere sehr. Von Nervosität ist beim Flugplatz-Personal und der Feuerwehr nichts zu bemerken. Vieles ist Routine. Man spürt aber, dass sie mindestens so viel Spass am Hochbetrieb haben wie die vielen Zaungäste.

Ausgebucht: Eigentlich wurden gestern die meisten Flugzeuge erwartet. Weil aber viele bereits am Dienstag in Altenrhein landeten, herrschte für Business-Jets schon gestern Vormittag akuter Parkplatzmangel.

Ausgebucht: Eigentlich wurden gestern die meisten Flugzeuge erwartet. Weil aber viele bereits am Dienstag in Altenrhein landeten, herrschte für Business-Jets schon gestern Vormittag akuter Parkplatzmangel.

Für Flugplatz-Leiter Michael Felder (links) ist der Verkehr am Flugplatz nicht neu. Enzo Termine hingegen, betritt dort als neuer Kommandant des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg (rechts) Neuland.

Für Flugplatz-Leiter Michael Felder (links) ist der Verkehr am Flugplatz nicht neu. Enzo Termine hingegen, betritt dort als neuer Kommandant des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg (rechts) Neuland.