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Weckruf, falls das Wasser kommt

Seit Anfang Woche warnen Meteorologen vor heftigen Niederschlägen am Donnerstag und Freitag. Hausbesitzer entlang des Littenbachs in Berneck haben sich auf ein Hochwasser vorbereitet. Einige Bernecker wünschten sich, auch in der Nacht alarmiert und geweckt zu werden.
Kurt Latzer
Beim Hochwasser 2014 stand das Wasser in Rainer Siebers Garage und Keller 56 Zentimeter hoch. Ähnliches will er künftig verhindern. (Bild: Kurt Latzer)

Beim Hochwasser 2014 stand das Wasser in Rainer Siebers Garage und Keller 56 Zentimeter hoch. Ähnliches will er künftig verhindern. (Bild: Kurt Latzer)

BERNECK. Nach den Hochwassern in den vergangenen Jahren haben Bund, Kanton und einige Rheintaler Gemeinden viel Geld in den Hochwasserschutz investiert und weitere Massnahmen beschlossen.

Nach dem letzten Hochwasser 2014 hat beispielsweise die Stadt Altstätten viel in Hochwasser-Schutzwände und -Tore investiert. Dort, wo sich im Städtli Bäche vereinen und in den Dorfbach fliessen, wurden eine Kamera und Sensoren montiert. Ab einem bestimmten Wasserstand wird die Feuerwehr alarmiert.

Mehrmals Keller und Garage voll

Auf Hochwasserschutzbauten allein wollen sich die Anwohner des Littenbachs in Berneck nicht mehr verlassen. Zu oft schon wurden ihre Garagen und Keller überschwemmt, trotz der Geschiebesammler. Und immer, wenn Meteorologen grosse Niederschlagsmengen vorhersagen, schlafen einige Berneckerinnen und Bernecker schlecht.

Rita Untersander und ihr Mann wohnen an der Wisenstrasse. Auch ihnen stand das Littenbach-Wasser mehrmals im Haus. «Immer, wenn starke Regenfälle vorhergesagt sind, schlafe ich schlecht. Irgendwie ist man immer parat», sagt Rita Untersander. Einige Massnahmen haben die Leute in den letzten Jahren getroffen, um ihr Haus bei Hochwasser trocken zu halten. An der selben Strasse, ein paar Häuser weiter, wohnt Heinz Christen. Nach dem Hochwasser 2014 hat er ein neues Garagentor und eine neue Haustür einbauen lassen. «Die sollten nun dicht sein», sagt Heinz Christen. Zusätzlich hat er am Mittwoch ein paar Sandsäcke bereit gestellt. Weiter überlegt er sich den Einbau einer Barriere, ähnlich wie sie ein Nachbar schon eingebaut habe.

Aluminium-Barriere eingebaut

Rainer Sieber heisst dieser Nachbar. Das Haus des Lehrers steht an der Wisenstrasse 10, am tiefst gelegenen Punkt der vom Littenbach her abfallenden Strasse. An einer Wand in seiner Garage sind mehrere Striche zu sehen, mit Jahreszahlen und Pegelständen. «2014 stand das Wasser in unserer Garage und im Keller genau 56 Zentimeter hoch», sagt Rainer Sieber. Beim Besuch am Donnerstagabend war der Lehrer gerade dabei, seine Wasser-Barriere aus Aluminium zu montieren. «Mehr als zwei Minuten brauche ich nicht, bis die Elemente in die Führungen gesteckt sind», sagt Rainer Sieber. Damit ihm der Rasenmäher und andere Geräte in der Garage «nicht mehr absaufen», haben Siebers in ein Gerätehaus aus Metall investiert, das im höher gelegenen Garten steht. Und eine leistungsfähige Pumpe steht an der Wisenstrasse 10 immer bereit.

Nachrichten aufs Handy

Als sehr positiv bezeichnet Rainer Sieber die Nachbarschaftshilfe. Nach jedem Hochwasser hätten sich alle Leute im Quartier gegenseitig geholfen. Weniger erfreut ist der Lehrer über das Alarmierungssystem. «Ich wünschte mir, dass mich die Feuerwehr in der Nacht weckt, wenn es kritisch wird», sagt Sieber. Das mit der Alarmierung habe bis zum Hochwasser von 2014 nicht funktioniert. Philipp Hartmann, Gemeinderatsschreiber von Berneck, ist vom neuen Alarmierungssystem überzeugt, das nach 2014 installiert wurde. Alle Personen, die Infos wollen, können sich unter www.ihre-feuerwehr.ch anmelden.

«Wenn die Sensoren im Littenbach anschlagen, werden alle Angemeldeten via SMS oder E-Mail informiert», sagt Philipp Hartmann. Gestern, während des Gesprächs, ging bei Hartmann ein SMS ein: «Aufgrund der aktuellen Situation werden Sandsackdepots für die Bevölkerung an der Wisenstrasse in Berneck, Fischerweg und Weesstrasse in Au deponiert.» «Wichtig ist, dass die Leute das Handy bei sich haben und den Ton entsprechend auswählen (z. B. wie Klingelton) und laut stellen», sagt Philipp Hartmann.

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