Wau-Wau-Effekt

Man sagt, es gebe Menschen, die besässen allein deswegen einen Hund, um beim Gassi gehen mit anderen Spaziergängern ins Gespräch zu kommen. Denn nichts bricht das Eis schneller als ein Fido, der beim Gegenüber ein akutes Streichelbedürfnis weckt.

Merken
Drucken
Teilen

Man sagt, es gebe Menschen, die besässen allein deswegen einen Hund, um beim Gassi gehen mit anderen Spaziergängern ins Gespräch zu kommen. Denn nichts bricht das Eis schneller als ein Fido, der beim Gegenüber ein akutes Streichelbedürfnis weckt. (Ein Baby funktioniert noch besser, aber da ist es halt eine Hygienefrage. Man will ja den Nachwuchs nicht von jedem Hundefreund anfassen lassen, der gerade noch das mitgetragene Säckli vollgeschaufelt hat.)

Mindestens so gut wie ein Hund ist eine Sirupflasche. Denn wenn man als Vierzigjähriger mit einer leuchtend bunten Plastikflasche durch die Gänge spaziert, wird man unweigerlich angesprochen. Der Wau-Wau-Effekt.

«Himbeer oder Erdbeer?», wollen die meisten angesichts des roten Flüssigklebstoffs wissen. «Ich mag Holunder lieber», finden die Naturnahen. «Es gibt imfall auch Light-Sirup», schnöden die Gesundheitsbewussten. Die Humorlosen stellen trocken fest: «Wann wirst du denn erwachsen?» – Meist entwickeln sich nur Kürzestgespräche. Sirup kann man halt nur schlecht streicheln. Dafür riecht er besser als ein Hund.