Wasserwerk trägt Ökologie Rechnung

Als vorläufig letzte Sanierung der Wasserversorgung in Heiden, betreffend die Reservoirs, entstand im Stapfen ein Neubau mit Betriebsgebäude, Werkstatt und Photovoltaik-Anlage.

Isabelle Kürsteiner
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Ernst Schmid, Paul Niederer und Ueli Sonderegger freuen sich über den gelungenen Neubau der Wasserversorgung Heiden.

Ernst Schmid, Paul Niederer und Ueli Sonderegger freuen sich über den gelungenen Neubau der Wasserversorgung Heiden.

HEIDEN. Am Samstag zeigte die Wasserversorgung Heiden ihr neuestes Werk im Stapfen. Verwaltungsratspräsident Ernst Schmid blickte auf die Geschichte des Reservoirs Stapfen zurück. Eine Bedarfsabklärung ergab vor drei Jahren, dass die Anpassung des rund hundertjährigen Reservoirs beinahe so teuer wäre wie ein Neubau, weshalb sich der Verwaltungsrat für Letzteres entschied.

Gleichzeitig wurden die Zusammenlegung der Lagerräume des Wasserwartes sowie ein eigenes Büro und eine Werkstatt für ihn mit eingeplant. So entstand unter der Leitung von Architekt Ueli Sonderegger und Bauleiter Stefan Züst ein einfacher Zweckbaukörper, dessen Fassade in Sichtbeton gehalten wurde. Die zwei Reservoirs im Untergeschoss beinhalten 100 Kubikmeter Brauch- respektive 150 Kubikmeter Löschwasser. Im Parterre befinden sich Lagerraum, Werkstatt und Büro des Wasserwartes sowie ein zusätzlicher Büroraum für Sitzungen.

Mit Photovoltaik-Anlage

Ernst Schmid unterstrich, dass die Wasserversorgung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch denke, weshalb auf dem Dach in Zusammenarbeit mit dem EW Heiden eine Photovoltaik-Anlage entstand.

Ausserdem entzieht ein Wärmetauscher dem Trinkwasser für die Beheizung der Büroräumlichkeiten Wärme. «Keine Angst», beschwichtigte Ernst Schmid die Anrainer, «es entsteht für euch kein Eiswasser. Wir entnehmen dem Trinkwasser pro 24 Stunden lediglich 0,3 bis 0,4 Grad.»

Viel Eigenleistung

Ein besonderes Dankeschön von Seiten des Architekten und des Präsidenten ging an Wasserwart Paul Niederer, der das Amt seit 31 Jahren innehat und mit seinem Wissen viel zum Gelingen beigetragen habe. Ausserdem konnte der gelernte Sanitärinstallateur einen Grossteil der Montagen selber ausführen. Stabsmässige Planung erforderte dabei nicht nur der Einbau der Reservoirs, sondern auch die Koordination mit der angrenzenden Wasserversorgung Vorderland, die verständlicherweise nicht allzu lange abgeschaltet werden konnte, ansonsten ein Teil des Vorderlandes ohne Wasser gewesen wäre. Paul Niederer: «Es war auch für mich eine nicht alltägliche Arbeit. Mit den Reservoirs-Erneuerungen sind die hygienischen und Qualitätssicherheiten des Trinkwassers von Heiden weiterhin gesichert. Wir haben nun alle unsere acht Reservoirs neu gebaut oder saniert. Zudem wird das Netz ständig überarbeitet. So sind wir heute mit unserer Infrastruktur auf dem neuesten Stand.»

Hoher Standard

Natürlich vereinfachen sich mit dem Zusammenlegen der Lager die Arbeitsabläufe für Paul Niederer, weil alles zentral geworden ist. Das sei ihm nach dem strengsten aller 31 Jahre auch gegönnt. Unter den Gästen befand sich neben Politikern aus der Region auch Robert Fässler von der Assekuranz. «Der Neubau bedeutet eine Verbesserung der Löschsicherheit in einem verdichteten Baugebiet. Aus diesem Grund wurde der Reservoir-Neubau von der Assekuranz zu rund einem Viertel subventioniert. Ganz generell haben die Wasserversorgungen von Appenzell Ausserrhoden erfreulicherweise einen sehr hohen Standard.»

Der Neubau der Wasserversorgung Heiden wurde westlich an die Wasserversorgung Vorderland angegliedert. (Bilder: Isabelle Kürsteiner)

Der Neubau der Wasserversorgung Heiden wurde westlich an die Wasserversorgung Vorderland angegliedert. (Bilder: Isabelle Kürsteiner)