Waschbären in der Ostschweiz

Waschbären wurden vor rund 80 Jahren von Nordamerika nach Deutschland importiert. Seither verbreiten sie sich wild. In der Ostschweiz kommen sie aber vor allem in privaten Haltungen vor.

Jeanette Herzog
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Waschbären müssen ausbruchsicher untergebracht werden. (Bild: Reto Martin)

Waschbären müssen ausbruchsicher untergebracht werden. (Bild: Reto Martin)

«Bei uns kommen Waschbären ganz selten vor», sagt Markus Brülisauer, Abteilungsleiter Jagd des Kantons St. Gallen. In der ganzen Schweiz seien in den letzten Jahren jeweils ein bis vier Tiere abgeschossen worden. Markus Brülisauer vermutet, dass diese Tiere aus privaten Haltungen entkommen seien und nicht von der wilden Waschbären-Population Deutschlands abstammen.

Vom Zug überfahren

Auch im Kanton Thurgau geht die Jagd- und Fischereiverwaltung von einer eher geringen Population aus. «In den letzten Jahren hat es immer wieder glaubhafte Hinweise auf Waschbären gegeben», sagt Roman Kistler. Erst vor ungefähr drei Jahren sei schliesslich ein Beweis für das tatsächliche Vorkommen im Kanton Thurgau erbracht worden: Ein Bär wurde geschossen und ein weiterer von einem Zug überfahren.

Aus privater Haltung ausgebüxt

Beide Vorfälle geschahen rund um Roggwil. Kistler glaubt nicht an einen Zufall, sondern vermutet, dass die Tiere aus einer privaten Haltung in der Umgebung ausgebüxt sind.

Rund 37 Bären in der Ostschweiz

Im Kanton Thurgau gibt es sechs private Waschbär-Haltungen mit insgesamt rund 25 Tieren. Im St. Gallischen sind es drei mit insgesamt etwa zwölf Bären. Die gesetzlichen Vorgaben sehen vor, dass die Tiere ein Gehege von mindestens 20 Quadratmetern haben, nicht alleine gehalten werden, über Kletter-, Bade- und Schlafmöglichkeit verfügen – und ausbruchsicher untergebracht sind.

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