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Warnung ist Bundessache

«Hochwasserschutz – wer kümmert sich um den grössten Wildbach Europas?» Fragen zu diesem Thema haben gestern Fachleute des Rheinunternehmens zahlreichen Medienvertretern beantwortet.
Kurt Latzer
Kurt Köppel, Leiter des Rheinunternehmens (rechts), erklärte den Journalisten, wie das Anbringen von sogenannten Auflasten an den Dämmen funktioniert. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Köppel, Leiter des Rheinunternehmens (rechts), erklärte den Journalisten, wie das Anbringen von sogenannten Auflasten an den Dämmen funktioniert. (Bild: Kurt Latzer)

Das Projekt Rhesi (Rhein, Erholung und Sicherheit) war an der Medieninformation, zu der der Kanton St. Gallen eingeladen hatte, kein Thema. In erster Linie ging es um die Vorstellung des Rheinunternehmens, der Schutzbauten und des Hochwasser-Prognosemodells. Kurt Köppel, Leiter des Rheinunternehmens, hat die Organisation des Unternehmens, sein Einzugsgebiet und die Aufgaben vorgestellt, sein Stellvertreter, Claudio Senn, Details zu Arbeiten am und um den Rhein.

Das Rheinunternehmen beschäftigt heute 24 Personen und verfügt über zahlreiche Spezialmaschinen. In der Lagerhalle steht die Sandsack-Abfüllmaschine, die auch anderen Organisationen zur Verfügung steht. «Diese Woche waren einige Leute der Feuerwehr Oberriet bei uns und haben 6000 Sandsäcke für den Eigenbedarf abgefüllt», sagte Kurt Köppel. In den Werkhöfen Widnau, Rüthi und Trübbach lagert das Rheinunternehmen etwa 45 000 Sandsäcke.

Claudio Senn ging auf die laufenden und die geplanten Sanierungsarbeiten an den Hochwasserdämmen ein. In einer umfangreichen Untersuchung im Zusammenhang mit dem Projekt Rhesi wurden bei der Dammstabilität Defizite festgestellt. So beispielsweise in Diepoldsau und in St. Margrethen. Die Schwachstellen wurden mit Wänden abgedichtet, die Dämme werden verbreitert und damit stabilisiert. «Wann immer wir solche Sanierungsmassnahmen umsetzen, bauen wir Interventionspisten», sagte Claudio Senn.

Auf diesen Zufahrtswegen kann man bei einem Hochwasser nicht nur die Dämme überwachen, sondern gegebenenfalls schweres Gerät direkt an den Dämmen einsetzen. Auf dem Gelände des Werkhofes des Rheinunternehmens in Widnau haben sich die Medienvertreter ein Bild vom Maschinenpark und dessen Einsatzmöglichkeiten machen können. Unter anderem wurde demonstriert, wie mit einer speziellen Folie und Sandsäcken Auflasten an den Dämmen entstehen.

Um vorhersagen zu können, mit welchen Pegelständen zu rechnen ist, wurde ein spezielles Modell erarbeitet. Das hat Hans-Peter Wächter, Projektleiter Hochwasserschutz Rheinunternehmen St. Gallen, vorgestellt. Auslöser für dieses Projekt waren das Bodensee-Hochwasser 1999 und Hochwasser in der ganzen Schweiz im Jahr 2005.

Ins Prognosemodell fliessen nicht nur Werte von Pegel-Mess- und Wetterstationen ein. Auch der Einfluss starker Niederschläge auf den Untergrund im Einzugsgebiet des Rheins und viele Daten mehr sind im Modell berücksichtigt. Zuständig für die rechtzeitige Warnung und den Schutz der Bevölkerung ist der Bund. Basierend auf dem Hochwasser-Prognosemodell wurden fünf Gefahrenstufen definiert. Ist die Stufe vier oder gar fünf erreicht, muss das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die elektronischen Medien informieren und so die Bevölkerung warnen.

Beim Hochwasser vom 16. und 17. Juni kam das Prognosemodell erstmals zum Tragen. Am Rhein zeigte sich, dass das Modell deutliche Abweichungen zu den wirklichen Pegelständen zeigte.

Hans-Peter Wächter sagte es deutlicher: «Das Prognosemodell hat uns an der Nase herumgeführt.» Lauft der Vorhersage habe man mit 2500 m3 Wasser pro Sekunde rechnen müssen. In Wirklichkeit erreichte der Pegel mit knapp 2000 m3/sek den Höchststand. «So kommen wir in den Clinch, ob wir die Feuerwehren für die Dammwache aufbieten sollen oder nicht», sagte Wächter. Ausgehend von den beim Hochwasser gewonnen Daten wollen sich die Fachleute in nächster Zeit treffen und Verbesserungen des Systems diskutieren.

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