Warme Mahlzeiten sind gefragt

Das Zentrum Augiessen Widnau und Pro Senectute Rheintal können ihre Betriebe gut aufrechterhalten.

Susi Miara
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Die Bewohner vom Haus Augiessen geniessen das schöne Wetter. Sie bleiben jedoch auf dem Areal des Widnauer Alters- und Pflegeheims.

Die Bewohner vom Haus Augiessen geniessen das schöne Wetter. Sie bleiben jedoch auf dem Areal des Widnauer Alters- und Pflegeheims.

Bild: pd

«Die Pro-Senectute-Klienten und -Mitarbeitenden sind jetzt besonders gefordert», sagt der Regionalstellenleiter der Pro Senectute Rheintal-Werdenberg- Sarganserland in Altstätten, Christoph Zoller. Das Wichtigste sei, die Massnahmen und Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und die Empfehlungen des Kantonsarztamtes laufend anzupassen.

Die Mitarbeitenden werden regelmässig und fallbezogen informiert, wie sie sich und die Patienten schützen können. Das betrifft vor allem die Körperpflege. «Wir legen ausserdem die Prioritäten fest, welche Leistungen und Einsätze dringend und welche verringert werden können» erklärt Zoller.

Die Nachfrage nach dem Mahlzeitendienst habe demgegenüber in den letzten Wochen um mehr als 20 Prozent zugenommen. 220 Klienten werden von der Pro Senectute mit einer warmen Mahlzeit aus der Küche der Altersheime Viva Altstätten, Hof Haslach Au und Feldhof Oberriet bedient. «Bei der Auslieferung des Essens ist für uns auch ein kurzer Augenkontakt und die Frage nach dem Befinden sehr wichtig», sagt Zoller. Dies sei gleichzeitig eine Kontrolle. 330 Mitarbeitende sind für Pro Senectute Rheintal-Werdenberg-Sarganserland in der Haushilfe und im Mahlzeitendienst unterwegs.

Oft helfen auch die Angehörigen mit

«Entlastet werden wir auch durch die Angehörigen unserer Klienten. Sie haben jetzt mehr Zeit und übernehmen oft selber die Betreuung», sagt Zoller. Ausserdem klappe auch die Nachbarschaftshilfe sehr gut und es melden sich viele Leute, die auf irgendeine Art mithelfen möchten. Die Senioren vermissen jedoch die Gruppenkurse, gemeinsame Spaziergänge, Wanderungen und Turnstunden. Alle Veranstaltungen wurden vorläufig bis Ende April sistiert.

«Bewegung ist aber für die Senioren sehr wichtig», sagt Christoph Zoller, «und der öffentliche Druck gross.» Wenn ältere Personen allein spazieren gehen, werden sie komisch angeschaut. Christoph Zoller ist zuversichtlich: «Solange unsere Mitarbeitenden gesund bleiben, werden wir unsere Arbeit zu aller Zufriedenheit meistern.»

Versuchen, Ansteckungen zu vermeiden

«Wir verfolgen die Lage und die Empfehlungen des BAG und des Kantons in Bezug auf das Coronavirus genau», sagt Yvonne Naef, die Leiterin des Zentrums Augiessen. Die Mitarbeitenden setzen die empfohlenen Massnahmen konsequent um, damit die Klientinnen und Klienten sowie die Mitarbeitenden geschützt werden. «An den regelmässig stattfindenden Kadersitzungen wird jeden Tag wieder neu sondiert», sagt Yvonne Naef. Sie weiss aber, dass es nicht leicht ist, Ansteckungen zu verhindern. Auf ihr Team ist sie besonders stolz: «Um eine Ansteckungsgefahr so klein wie möglich zu halten, achten meine Mitarbeitenden auch privat auf ihr Umfeld, in dem sie sich bewegen.» Sorgfalt gelte auch bei der Pflege: Masken und Handschuhe seien hier Pflicht.

Wie bei Pro Senectute hat auch beim Zentrum Augiessen die Zahl der täglich ausgelieferten Mahlzeiten stark zugenommen. «Weil ältere Personen selber nicht einkaufen können, nutzen sie diesen Dienst», sagt Yvonne Naef. So kämen sie wenigsten einmal täglich ohne grossen Umstände zu einer warmen Mahlzeit.

Der Spitex-Dienst läuft weiter wie gewohnt. Bei der Haushilfe wird abgewägt, was wichtig ist und was nicht. «Wir entscheiden situativ und sehr kurzfristig», sagt Yvonne Naef. Die Stimmung bei den Bewohnern im Haus Augiessen sei trotz Besuchsverbot gut. Die Bewohner können täglich einen Spaziergang unternehmen, müssen aber auf dem Areal des Alters- und Pflegeheims bleiben.