Wandel – Veränderung – Übergang

Der Kosmos erinnert am 21. Juni besonders daran – das sich wandelnde Tageslicht macht es deutlich: Die Veränderung und der Wandel bestimmen unser Leben. Die Sonnenwende und die Tage danach, wie das Johannisfest, mahnen uns: Unsere Zeit ist immer eine Zeit des Übergangs.

Armin Scheuter Pfarreibeauftragter In Balgach
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Das Leben wandelt sich stets in einer ungeheuren Dynamik. (Bild: depositphotos)

Das Leben wandelt sich stets in einer ungeheuren Dynamik. (Bild: depositphotos)

Der Kosmos erinnert am 21. Juni besonders daran – das sich wandelnde Tageslicht macht es deutlich: Die Veränderung und der Wandel bestimmen unser Leben. Die Sonnenwende und die Tage danach, wie das Johannisfest, mahnen uns: Unsere Zeit ist immer eine Zeit des Übergangs.

Sinnvollerweise fallen die grossen Ferien in diesen Zeitraum. Musse zu haben für Betrachtungen, Reflexion und innere Einkehr, ist dadurch gegeben – allerdings, man muss sie sich auch gönnen. Diese Zeit der Veränderung und des Wandels wird im Englischen mit dem Wort Transition wiedergegeben. Der deutsche Begriff Übergang trifft die ursprüngliche Bedeutung ganz gut, wenn wir ihn nicht zu konkret nehmen.

Mit dem Wort Übergang klingt auch eine wichtige religiöse Dimension unseres Lebens an. Denn unser Glaube kann uns Grund zu Veränderung und Wandel geben, aber andererseits auch Halt in einem Leben, das sich in einer ungeheuren Dynamik stets wandelt. Religion schafft Sicherheit durch ihr Feststehen in Traditionen und überlieferten Wertvorstellungen, und sie bietet so Raum für Kontinuität und Entwicklung – was eben nicht meint: Alles soll immer so bleiben, wie es ist.

Schon Konfuzius meinte: «Nur die Dümmsten und Weisesten können sich nicht verändern.» Mit einem wohl reflektierten Glauben investieren wir in ein gutes Fundament für unsere Gesellschaft und unser eigenes Leben – und die damit verbundenen Wertvorstellungen.

Gerade unsere Zeit, die angesichts der Globalisierung durch die neuen Medien und der Wirtschaftskreisläufe vor grossen kulturellen Herausforderungen steht, braucht den Schatz jahrtausendealten Wissens, das durch das Feuer der Erfahrung ging, den unser Glaube darstellt. Er ist Grundlage für die Antworten, die wir suchen, um unser Leben vernünftig zu gestalten. Wandel bedeutet auf den Nenner gebracht: Gleiche Fragen, jedoch die Antworten ändern sich.

Denn die Fragen bleiben: nach Sinn, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Solidarität, dem Umgang mit unserer Umwelt und der Nachhaltigkeit über Generationen hinweg. Wie wir sie beantworten, braucht unsere Kreativität, aber auch die Weisheit unserer Ahnen – und dafür stehen unser Glaube und unsere Religion.

Nutzen wir doch den Urlaub nicht nur zu Müssiggang und Erholung, sondern auch zu Musse und innerer Einkehr – zur Beantwortung der Fragen, was gehört geändert, was gilt und wohin soll es gehen. Letztlich liegen die Antworten in und bei uns selber; und sie verändern die Welt.

Lasst uns bereit sein, wenn Gott an uns vorübergeht! (Siehe: Buch Exodus Kapitel 12)