WALZENHAUSEN: Was passiert mit dem Hotel Walzenhausen?

Vor einem Jahr wurde das zu den grössten Beherbergungsbetrieben der Ostschweiz gehörende Hotel Walzenhausen geschlossen. Seine Zukunft ist ungewiss.

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Der einstige Renommierbetrieb hat eine ungewisse Zukunft. (Bild: Peter Eggenberger)

Der einstige Renommierbetrieb hat eine ungewisse Zukunft. (Bild: Peter Eggenberger)

An Traumlage hoch über dem Bodensee wurde 1870 das Hotel Kurhaus, Walzenhausen, erbaut. Ein Grossbrand zerstörte das Haus 1895. Im Jahr 1903 entstand ein Neubau (der heutige Altbau), und die Nutzung des Heilwassers vom Bad Schönenbühl, Wolfhalden, führte 1910 zum neuen Namen Kurhaus-Bad. Nach Kriegs- und Krisenjahren mit vielen Eigentümer- und Direktionswechseln erwarb 1952 Just-Gründer Ulrich Jüstrich mit seiner Neuen Kurhaus-Bad-Aktiengesellschaft das Hotel.

Der Betrieb erlebte unter der Direktion des Ehepaars Arthur und Hélène Brunner-Savoy von 1980 bis 1997 eine Blütezeit mit einer Auslastung von 90 Prozent und 30000 Logiernächten pro Jahr. Zu Beginn der 1980er-Jahre wurde dem Stammgebäude unter anderem ein grosszügiger Hotelneubau mit Arztpraxis, Therapieräumen, Hallenbad, Bar, neuer Rezeption und weiteren Einrichtungen angegliedert.

Das neue Krankenkassengesetz, die Abkehr vom konventionellen Kurbetrieb, das schwierige Umfeld mit erstarkter Konkurrenz und hohem Franken führten zu stetig sinkenden Frequenzen. 2004 trennte sich die Just Schweiz AG vom mittlerweile in Hotel Walzenhausen umbenannten Betrieb. Heute gehört die Liegenschaft der von der indischstämmigen Familie Kumar kontrollierten Hotel Walzenhausen AG, die sich vor Jahresfrist für die Schliessung von Hotel und Restaurant entschied.

Die geschlossenen Türen des einstigen Flaggschiffs des Tourismus werden nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von den Ausserrhoder Tourismusverantwortlichen bedauert. Geschäftsführer Urs Berger, Heiden: «In den letzten Jahren realisierte das Hotel Walzenhausen noch gegen 20000 Logiernächte jährlich. Die entsprechenden, aus Kurtaxen resultierenden Einnahmen fehlen der Appenzellerland Tourismus AR.»

Intensive Abklärungen sind im Gange

Ein Haus von der Grösse des Hotels Walzenhausen ist eine ständige Herausforderung. Im Jahre 2007 investierte die heutige Eigentümerin rund 3 Mio. Franken in die Erneuerung von Hotelzimmern und die Auffrischung des Restaurants. Sanierungen in diversen Bereichen wären auch jetzt wieder nötig. «Wir sind keineswegs untätig, und auch die Eigentümerin ist an einer guten Zukunft des Hauses interessiert. Die Abklärung verschiedener Optionen wie die Weiterführung des Hotels mit neuer Ausrichtung, eine Zusammenarbeit mit Partnern oder ein allfälliger Verkauf sind allerdings zeitaufwendig. Mehr kann derzeit nicht gesagt werden», ist seitens des Verwaltungsrats zu vernehmen.

 

Peter Eggenberger