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Wachstums- oder Substanzaktien – eine Frage der Erwartungen

Die Weltwirtschaft wächst so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Dieser Umstand verhalf den Aktien stark wachsender Unternehmen, sogenannten Wachstumswerten, zu einem Höhenflug. Das erklärt, weshalb diese eine deutlich höhere Bewertung als Substanzaktien aufweisen.

Die Weltwirtschaft wächst so langsam wie seit Jahren nicht mehr. Dieser Umstand verhalf den Aktien stark wachsender Unternehmen, sogenannten Wachstumswerten, zu einem Höhenflug. Das erklärt, weshalb diese eine deutlich höhere Bewertung als Substanzaktien aufweisen. Die in dieses Titelsegment fallenden Firmen weisen nur ein geringes Wachstum, gleichzeitig aber eine hohe Substanz auf. In welchen Aktien man besser aufgehoben ist, bleibt eine Frage der Erwartungen.

Zwischen Frühjahr 1988 und Spätsommer 2007 liess sich an den europäischen Aktienmärkten mit den Aktien substanzstarker Unternehmen jährlich zehn Prozent mehr als mit Wachstumswerten verdienen. Seither hat sich das Blatt jedoch zugunsten Letzterer gewendet: Substanzaktien schnitten um durchschnittlich acht Prozent im Jahr schlechter als Wachstumswerte ab. In den vergangenen Wochen erfuhr diese Entwicklung sogar noch eine Beschleunigung. Anhaltspunkte liefern an der Schweizer Börse SIX die dem jeweiligen Titelsegment zurechenbaren Branchenindizes. Während der mit Wachstumswerten gespickte Unterindex für den Technologiesektor seit Anfang 2016 um knapp zwei Prozent zulegen konnte, hatte jener für die mehrheitlich als Substanzaktien geltenden Finanzwerte ein Minus von ziemlich genau zehn Prozent zu beklagen. Geht man bis in den Frühsommer letzten Jahres zurück, öffnet sich die Kursschere noch weiter. In den vergangenen Wochen haben gleich mehrere bekannte Substanzinvestoren die Gunst der Stunde zum Auf- oder Ausbau von Beteiligungen genutzt. Braun, von Wyss & Müller kaufte sich erst kürzlich mit 3,02 Prozent bei EFG International ein. Die amerikanische Harris Associates, ebenfalls namhaft am Vermögensverwalter beteiligt, erhöhte ihrerseits den Stimmenanteil an der Credit Suisse von 4,21 auf 5,08 Prozent. Auch bei Burckhardt Compression, einem Hersteller von Kolbenkompressoren, baute mit dem britischen Grossaktionär J O Hambrecht Capital ein Substanzinvestor sein Aktienpaket von 3,66 auf 5,06 Prozent aus. Das wiedererwachte Interesse an Substanzwerten kommt nicht überraschend, ist deren relative Bewertung gegenüber den Wachstumsaktien zuletzt doch auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen.

Da Wachstumsaktien ein weitestgehend von der Konjunktur unabhängiges Eigenleben geniessen, weisen Substanzwerte eine hohe Abhängigkeit vom Wirtschaftsumfeld auf. In welchen Aktien man als Anleger besser aufgehoben ist, bleibt deshalb eine Frage der eigenen Erwartungen an die Konjunktur.

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