Vortritt ist nicht immer Vortritt

Unter dem Motto «informieren, ausprobieren, profitieren» veranstaltet die FDP-Ortspartei am 14. August den ersten Verkehrssicherheitstag in Marbach. Ein Tag für Familien – «und zum Nachdenken», sagt Andreas Eggenberger.

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Andreas Eggenberger: «Wir zeigen, worauf die Kinder beim Überqueren der Hauptstrasse achten müssen.» (Bild: Andrea Kobler)

Andreas Eggenberger: «Wir zeigen, worauf die Kinder beim Überqueren der Hauptstrasse achten müssen.» (Bild: Andrea Kobler)

Durchgeführt wird der Verkehrssicherheitstag auf dem Gelände der Mehrzweckhalle Amtacker. Das Ziel des Familienanlasses ist es, der Bevölkerung mit Spass und Spiel einen lehrreichen und interessanten Tag zu bieten. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Verkehr, respektive die Sicherheit mit dem Velo gelegt. Ein Interview mit Andreas Eggenberger, dem Vater der Idee.

Verkehrssicherheitstage gibt es vor allem in Deutschland. Wie entstand die Idee, einen solchen Tag in Marbach zu organisieren?

Andreas Eggenberger: Meine Ehefrau Brigitte und ich machen uns auf unseren Spaziergängen oft Gedanken über die Verkehrssicherheit, zum Beispiel wenn wir Radfahrer ohne Helm oder Licht sehen. Die Blitzidee hatte ich, als ich zusammen mit unserem Patenkind einen Velotag in Mörschwil besuchte. Ich habe die Idee in der FDP vorgetragen.

Wir fingen bescheiden an, daraus entwickelte sich eine Eigendynamik, und schliesslich entstand der Verkehrssicherheitstag.

Ist es für Marbacherinnen und Marbacher besonders wichtig, für den Verkehr gewappnet zu sein?

Eggenberger: Ich denke, ja. Marbach ist in Bezug auf den Schulweg nicht die sicherste Schulgemeinde.

Zwischen zwei Schulen hin und her pendeln zu müssen – und dies ausgerechnet über die Hauptstrasse – ist eine schlechte Lösung. Die Situationen auf den Strassen werden immer hektischer und stressiger. Der Grossteil unserer Schulkinder muss die Hauptstrasse während der Mittagszeit überqueren. Wir wollen zeigen, worauf sie achten müssen.

Wenn ich manchmal das Geschehen auf der sehr unübersichtlichen Hauptstrasse beobachte, bin ich froh, dass die Schutzengel über den Kindern kreisen. Deshalb zeigen wir am Verkehrstag fünf bfu-Kurzfilme, welche unter anderem den Themen «Helmtragen» und «Fahrradfahren in der Nacht» gewidmet sind.

Organisator des Tages ist die Ortspartei FDP. Liegt ein politisches Anliegen hinter der Veranstaltung?

Eggenberger: Die Ortspartei will etwas für die Bevölkerung machen. Mit Politik hat das aber nichts zu tun. Rund 50 Personen aus verschiedenen Parteien und Vereinen sind in die Organisation involviert.

Warum fehlt auf der Liste der Mitwirkenden die Polizei?

Eggenberger: Dies ist ein Wermutstropfen.

Gerade die jungen Besucherinnen und Besucher hätten bestimmt gerne ein Polizeiauto von innen gesehen und den Beruf des Polizisten genauer kennengelernt. Den Erwachsenen hätten sie die neuen Strassengesetze näher bringen können, was uns als Laien nicht möglich ist. Doch leider hat uns die Polizei abgesagt.

Dafür dürfen die Besucher des Sicherheitstages in einen Hubschrauber der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega blicken?

Eggenberger: Nein, dies wird nicht möglich sein.

Die Rega wird mit einem Vortrag ihre Arbeit erläutern. Notarzt Rolf Schück hingegen öffnet die Türen des Einsatzautos ebenso wie die Feuerwehr.

Wie ist es gelungen, die Rega nach Marbach zu holen?

Eggenberger: Ich sprach an einer Messe einen Rega-Mitarbeiter auf unsere Idee an und stiess sofort auf Begeisterung.

Der Tag steht unter dem Motto «informieren, ausprobieren, profitieren». Erklären Sie uns, was dahinter steckt?

Eggenberger: Zum Beispiel können die Besucher von der Gratis-Fahrradkontrolle vom Marbacher Velo-Fachmann Karl Gmünder profitieren. Bei den Samaritern wird man sich als kleine Helpis engagieren können und beim Veloparcours Geschicklichkeit zeigen.

Wird der Verkehrssicherheitstag künftig regelmässig durchgeführt?

Eggenberger: Im Moment ist der Verkehrssicherheitstag als einmaliger Anlass gedacht. Bei einem grossen Echo kann ich mir aber gut vorstellen, den Anlass zu wiederholen. Die Vorbereitungen laufen bereits seit letztem Herbst, und es macht Spass. Es ist nicht selbstverständlich, dass man mit einer Idee auf offene Ohren stösst und von allen Seiten unterstützt wird.

Wenn wir über die Verkehrssicherheit sprechen. Welche Verbesserungen wären in Marbach Ihres Erachtens angebracht?

Eggenberger: Mein persönliches Anliegen ist wie gesagt der Schulweg. Ich hoffe sehr, dass es nicht soweit kommen muss wie in Schaan, als erst nach einem Todesfall Massnahmen ergriffen wurden.

Haben Sie einen Lösungsansatz für dieses Problem?

Eggenberger: Eine Unter- oder Überführung ist nicht geeignet. Ich denke, dass der Schulweg klar gekennzeichnet werden muss.

Womöglich mit einer Ampel beim Übergang Dorfplatz.

Denken Sie, dass der Verkehrssicherheitstag ein Anstoss in die richtige Richtung ist?

Eggenberger: In erster Linie ist dies für die Teilnehmer so. Wir wollen ihnen unter anderem zeigen, dass sie nicht immer auf Vortritt hoffen können, wenn sie auch Vortritt haben. Das ist unser primäres Ziel. Darüber hinaus mache ich mir derzeit noch keine Gedanken.

Aber einen Wunsch haben Sie?

Eggenberger: Wir freuen uns über viele Besucher, denn das ist das schönste Dankeschön für die vielen Helferinnen und Helfer.

Interview: Andrea Kobler