VORDERLAND: Friedensweg bald fertig

Ende Monat wird der Friedensweg eröffnet. Er soll an grosse Humanisten aus der Region erinnern.

Peter Eggenberger
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Der Appenzeller Friedensweg ist markiert – am Walzenhauser Kirchplatz zum Beispiel wird auf die Humanisten Carl Lutz, Jakob Künzler und Paul Vogt hin­gewiesen. (Bild: Peter Eggenberger)

Der Appenzeller Friedensweg ist markiert – am Walzenhauser Kirchplatz zum Beispiel wird auf die Humanisten Carl Lutz, Jakob Künzler und Paul Vogt hin­gewiesen. (Bild: Peter Eggenberger)

Am 25. März wird der von Walzenhausen nach Heiden führende Themenweg mit total zehn Friedensstationen eröffnet. Zu den bereits markierten Stationen gehört der Kirchplatz von Walzenhausen.

Juden vor Abtransport nach Auschwitz bewahrt

Die seltene Dichte von Humanisten im Appenzeller Vorderland liess den Verein Dunant 2010 plus den Friedensweg schaffen. Gewichtige Station ist der Kirchplatz von Walzenhausen, wird doch hier mittels Gedenktafeln an die drei hochverdienten Persönlichkeiten Carl Lutz, Jakob Künzler und Paul Vogt erinnert. Als Diplomat in Budapest stationiert, bewahrte Lutz im Rahmen einer beispielhaften Rettungsaktion in den Kriegsjahren 1944/45 über 60000 ungarische Juden vor dem Abtransport ins Nazi-Todeslager von Auschwitz.

Viele Armenier in Sicherheit gebracht

Ähnlich agierte Jakob Künzler im Ersten Weltkrieg in der Türkei, wo er unzählige armenische Christen vor dem Genozid bewahrte. Viele brachte er im Libanon in Sicherheit, wo er Waisenhäuser, Schulen und Lehranstalten einrichtete.

Verdientermassen wurde er mit dem Ehrentitel «Vater der ­Armenier» ausgezeichnet. Als Walzenhauser Gemeindepfarrer von 1929 bis 1936 wurde Paul Vogt mit der bitteren Not der arbeitslosen Sticker konfrontiert. Kurz entschlossen richtete er 1933 den «Sonneblick» ein und verhalf hier Arbeitslosen mittels Kursen in Gartenbau und Handwerk zu einer neuen Perspektive. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wandelte sich der «Sonneblick» zum Flüchtlingsheim, und Vogt wurde 1943 zum vollamtlichen Flüchtlingspfarrer.

Weitere Stationen am Friedensweg erinnern an Henry ­Dunant, Heiden, an die Rotkreuz-Delegierte Catharina Sturzenegger, Wolfhalden, sowie an Flüchtlingsmutter Gertrud Kurz-Hohl, Lutzenberg.

Peter Eggenberger