Jahresrückblick
Finanzen geben in Heiden zu reden

Parteien bemängelten den Voranschlag 2021. Schülerzahlen wachsen, Bevölkerung nicht.

Reto Wälter
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Heiden hat im Vorderland eine Zentrumsfunktion.

Heiden hat im Vorderland eine Zentrumsfunktion.

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Die Vorderländer Gemeinde steht finanziell schon länger nicht mehr gut da und rechnete im Voranschlag 2021 mit einem Defizit von 1,1, Mio. Fr. Dieses soll bis 2024 gemäss Aufgaben- und Finanzplan auf 1,6 Mio. Fr. ansteigen. Dann wäre das Eigenkapital aufgebraucht und der Verschuldungsquotient könnte auf einer Höhe sein, die Sanktionen des Regierungsrats nach sich ziehen. SVP und SP lehnten den Voranschlag ab, die CVP konnte sich nur knapp zu einem Ja überwinden und die FDP sagte zwar Ja, zeigte sich jedoch besorgt über die finanzielle Entwicklung. Obwohl die Steuern nicht erhöht werden sollen, wurde der Voranschlag 2021 vom Volk nur knapp gutgeheissen: 53,9 Prozent stimmten zu.

Jährlich mehr Schulklassen, Bevölkerung stagniert

Heiden ist auch eine von fünf Ausserrhoder Gemeinden, deren Schülerzahlen stark ansteigen. Auf das aktuelle Schuljahr gab es zwei neue Klassen und auf 2021/22 wird abermals eine zusätzliche Klasse geführt. Pauschal schlägt sich dies mit 150000 Fr. pro Jahr und Klasse im Gemeindebudget nieder – ohne Ausbau der Infrastruktur.

Dies ist in Heiden immerhin in absehbarer Zeit auch nicht nötig. Die Bevölkerungszahl selbst wächst zwar nicht, allerdings leben mehr Familien in Heiden. Eine mögliche Ursache ist das ausserschulische Betreuungsangebot, welches in Heiden gut ist und stetig ausgebaut wird.

Gemeinderat ist für eine «Gemeinde Vorderland»

In Anbetracht der vorher erwähnten Punkte wundert es nicht, dass der Gemeinderat die Schaffung einer Gemeinde begrüsst, die dem Bezirk Vorderland entspricht. Er favorisiert die Variante, die kantonsweit maximal vier (wie der Regierungsrat) oder gar drei Gemeinden vorsieht.

Bereits unter dem Namen Vorderland organisiert ist die Spitex, die ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Entstanden aus den Krankenvereinen der Mitgliedsgemeinden, ist die Spitex nun ein umfassender Grundversorger mit fast 50 Mitarbeitenden.