VORBEREITUNGSTURNIER: Die Schiedsrichter tanzen nach seiner Pfeife

Auch die Schiedsrichter trimmen sich am Pokalturnier für die kommende Saison, zwölf von ihnen standen in Rebstein im Einsatz. Koordiniert wurden sie vom 47-jährigen Enzo Oliva vom FC Rebstein.

Drucken
Teilen
Enzo Oliva vom FC Rebstein orchestrierte die anderen elf Schiedsrichter und leitete selbst Spiele am Pokalturnier. (Bild: Yves Solenthaler)

Enzo Oliva vom FC Rebstein orchestrierte die anderen elf Schiedsrichter und leitete selbst Spiele am Pokalturnier. (Bild: Yves Solenthaler)

Enzo Oliva leitet seit über 20 Jahren Fussballspiele in der Ostschweiz, sein Haupttätigkeitsfeld ist voraussichtlich noch drei Jahre lang die 2. Liga, dann muss er wegen der Altersguillotine in tiefere Spielklassen ausweichen.

Als 27-Jähriger konnte Oliva aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht mehr kicken: «Weil mich der Fussball erfüllt, habe ich sofort entschieden, mich der Schiedsrichterei zu widmen.» Seit er in die Pfeife bläst, macht er das für seinen Stammclub, den FC Rebstein. Dort trainiert er inzwischen auch B-Junioren.

Die Kicker nennen ihn «Collina des FC Rebstein»

Als Schiedsrichter eckt Oliva oft an. Aber er verschafft sich auch Respekt. Die Rheintaler Kicker nennen den Italiener nach der Schiedsrichterlegende aus Bologna «den Pierluigi Collina des FC Rebstein».

Auch am Pokalturnier hat er reklamierende Spieler und sprücheklopfende Zuschauer um sich. «Daran gewöhnt man sich», sagt Oliva lapidar. Aber an diesem Turnier spürt er auch mehr Wertschätzung als meist unter dem Jahr. Das fängt damit an, wie die Übungsleiter präsentiert werden: Vor jedem Spiel, oft sogar zwischendurch, nennt der Speaker die Namen des Schiedsrichter-Trios, das auf dem Feld einen geordneten Ablauf garantiert.

Wer die Schiedsrichter beim Einlaufen beobachtet, dem fällt auf, wie ernst sie die Sache nehmen. Sie vermitteln einen seriöseren Eindruck als die meisten Spieler. «Für uns ist das auch ein Vorbereitungsturnier», sagt Enzo Oliva, «oft können wir am Pokalturnier Regeländerungen ein­studieren.» Bernhard Aggeler, Schiedsrichterverantwortlicher des Ostschweizer Fussballverbands, ist auch in Rebstein: «Diese Saison gibt es keine eigentliche Regeländerung, aber einige Regelpräzisierungen.»

Ihr Chef heisst am Pokalturnier Enzo Oliva. Er hat elf Kollegen aufgeboten, die mit ihm zusammen die 19 Spiele an drei Tagen leiten – immer als Trio, also mit zwei Schiedsrichterassistenten an der Linie.

Die Schiedsrichter kommen gerne ans Pokalturnier

«Ich habe keine grossen Probleme, genügend Schiedsrichter zu finden», sagt Oliva, «die meisten schätzen die Atmosphäre.» Aber zwischendurch könne es stressig werden: «So hat dieses Jahr ein Kollege, der im Militärdienst ist, am Freitag keinen Urlaub erhalten – da musste ich sehr kurzfristig einen Ersatz suchen.»

Sich selbst hat Oliva im Klassierungsspiel um den siebten Platz an die Linie beordert: «Wenn ich Rebstein-Spiele pfeifen würde, hiesse es doch sofort: Er bevorteilt den FC Rebstein.»

Gibt es ein Gerangel darum, wer das Endspiel bestreiten darf? «Den Final zu leiten, ist eine Ehre. Aber Streit gab es noch nie; ich achte darauf, dass nicht immer derselbe den Zuschlag erhält.» Dieses Jahr war Sandro Cadusch der Final-Referee.

 

Yves Solenthaler