Vor 100 Jahren: Im Bahnfieber

1913 wurde eine Verlängerung der Rorschach-Heiden-Bahn bis Wolfhalden geplant. Der sehnliche Wunsch der Bevölkerung ging dann aber nicht in Erfüllung.

Peter Eggenberger
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Noch lange wurde in Wolfhalden von der RHB-Verlängerung geträumt, und so hatte der Eisenbahnfonds auch in der Rechnung 1934 seinen Platz. (Bild: Peter Eggenberger)

Noch lange wurde in Wolfhalden von der RHB-Verlängerung geträumt, und so hatte der Eisenbahnfonds auch in der Rechnung 1934 seinen Platz. (Bild: Peter Eggenberger)

WOLFHALDEN. Vor 100 Jahren grassierte das Bahnfieber. 1909 war das Einweihungsjahr der Trambahn Rheineck–Ruderbach als Zubringer zur Walzenhauser Bergbahn, 1911 wurde die Bahn Altstätten–Gais eröffnet, 1912 folgte die Betriebsaufnahme auf der Linie Appenzell–Wasserauen, und 1913 wurde die Bahn von Gossau nach Herisau Wirklichkeit. Wen wunderts, dass auch das zwischen den Bahnstationen Walzenhausen und Heiden gelegene Wolfhalden vehement den Anschluss ans Schienennetz wünschte. Naheliegend war dabei die Verlängerung der Rorschach-Heiden-Bergbahn (RHB), die im Herbst 1875 eröffnet worden war. 1913 wurde eine beim Bahnhof Heiden beginnende Fortsetzung des Schienenwegs bis Wolfhalden-Dorf geplant. Grösster Brocken im Bauprogramm wäre die Erstellung einer Brücke über den Gstaldenbach gewesen. Geplant war anschliessend die Weiterführung des ein leichtes Gefälle aufweisenden Trassees bis ins Dorfzentrum von Wolfhalden. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs liess die Pläne dann aber in einer tiefen Schublade verschwinden.

Noch lange jedoch wurde in Wolfhalden am Bahntraum festgehalten.