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Vor 100 Jahren brillierte Jakob Hartmann in Bern

VORDERLAND. Im Jahre 1914 fand in Bern die Landesausstellung («Landi») statt. Hier brillierte der Vorderländer Schriftsteller Jakob Hartmann mit seinem mehrmals aufgeführten Theaterstück «Appezeller Sennelebe».
Peter Eggenberger
Am Geburtshaus in Wienacht erinnert heute eine Gedenktafel an den berühmten Appenzeller Volksdichter. (Bild: Peter Eggenberger)

Am Geburtshaus in Wienacht erinnert heute eine Gedenktafel an den berühmten Appenzeller Volksdichter. (Bild: Peter Eggenberger)

Vorderland. Im Jahre 1914 fand in Bern die Landesausstellung («Landi») statt. Hier brillierte der Vorderländer Schriftsteller Jakob Hartmann mit seinem mehrmals aufgeführten Theaterstück «Appezeller Sennelebe».

Der 1876 in Wienacht geborene Jakob Hartmann alias «Chemifeger Bodemaa» lernte Kaminfeger. Seine erste Stelle führte ihn nach Oberegg. Tagsüber reinigte er Öfen und Kamine, nachts notierte er seine Beobachtungen. So entstanden humorvolle Geschichten und Bücher. Hartmann hatte wenig Sitzleder, und häufig wechselte er seinen Wohnort.

Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs war er in Schaffhausen tätig. Hier stiess er 1913 auf eine Ausschreibung des Berner Heimatschutz-Theaters, das im Rahmen eines Wettbewerbs neue Mundart-Volksstücke suchte. Hartmann verfasste in drei Monaten das Theaterstück «Appezeller Sennelebe». Die Jury mit dem einflussreichen Germanisten Otto von Greyerz beurteilte das Werk des Appenzellers positiv. Am 19. April 1914 erfolgte in Herisau die Premiere mit dem Dramatischen Verein.

Die aus Bern angereisten Juroren waren begeistert und gaben grünes Licht für mehrere Aufführungen an der Landesausstellung. So reisten denn die Appenzeller Theaterleute in die Bundesstadt, wo sie überaus erfolgreich agierten. Schlagartig bekannt wurde nun auch Jakob Hartmann. Breite Kreise begannen sich für ihn und sein Schaffen zu interessieren.

Mit Schillerpreis ausgezeichnet

«Appezeller Gschichte», «Heimatspiegel», «Stöck ond Stuude» sowie Theaterstücke wie «De Jakob sött hüroote» und «D‘Gäässhalde» erfreuten sich grosser Beliebtheit. Der inzwischen wieder im Appenzellerland – unter anderem in Reute, Wienacht-Tobel und Heiden – wohnhafte Hartmann war nun auch als Referent, als Propagandist des Appenzeller Fremdenverkehrs und sogar als Mitarbeiter von Radio Beromünster ein gefragter Mann. Höhepunkt seines literarischen Schaffens war die Auszeichnung mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung im Jahre 1938.

In den nachfolgenden Kriegsjahren geriet Hartmann jedoch weitgehend in Vergessenheit. Verbittert verliess er 1944 seinen damaligen Wohnort Heiden, um sich in Kesswil am Bodensee niederzulassen. Nach einigen Jahren aber wurde das Heimweh übermächtig. 1953 zog er nach Rehetobel, wo er 1956 im Alter von achtzig Jahren verstarb.

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