Von Show-Phantasien verzaubert

Mit einer Eintrittskarte kamen die Besucher in den Genuss von vier Events: Das Eislaufen dominierte zwar die 36. «Show on Ice» des EVM. Highlights waren aber auch die Rhii-Jooli und die Geräteriegen aus Kriessern; für coolen Sound und Grove sorgte die Coverband Flame.

Maya Seiler
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WIDNAU. Immer mehr nähert sich die Gala des Eislaufvereins Mittelrheintal (EVM) dem grossen Vorbild «Art on Ice»; die Widnauer «Show on Ice» wird von Jahr zu Jahr besser. Schon seit längerem ist Livemusik ihr Markenzeichen. Dieses Jahr waren die acht Musikerinnen und Musiker von Flame für den coolen Sound verantwortlich. Mit ihrer Unterstützung gelang es den Eisläufern mühelos, das Publikum mitzureissen. Aber nicht nur Eislaufen, auch die Geräteriegen des STV Kriessern oder der ohrenbetäubende Auftritt der Rhii-Jooli begeisterte die Zuschauer, das sich von den Show-Phantasien verzaubern liessen. Warm eingepackt in Jacken und Decken bewunderten sie die Eisläuferinnen und Eisläufer, die die Kälte nicht zu spüren schienen.

Publikumslieblinge

Wie immer freute man sich auf die Eiskindergärtler, dieses Jahr als «Lernfahrer» zwischen Verkehrstafeln und Lichtsignalen im Verkehrsgarten unterwegs. Für Weihnachtsstimmung sorgten die vielen Kunstlauf-Anfänger, die in rot-weissen Samichlaus-Kostümen den Livesong «Santa Baby» umsetzten. Als kecke Minions in Gelb-Blau kurvten die 2.- und 3.-Stern-Kinder zum Ohrwurm «Happy» übers Eis. Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Eislaufvereins zeigt sich in der steigenden Zahl von Läuferinnen und Läufern mit SEV-Niveau. Das Edelmetall Titan ist zwar keine Testklasse, wurde aber von den 16 Bronze-Läuferinnen im Song «Titanium» glänzend umgesetzt.

Eislaufen macht Spass

Nicht nur die Zuschauer hatten ihr Vergnügen, auch die Eisläufer freuten sich sichtlich, ihr Können in humorvoller Weise zu zeigen: Bereits Tradition hat die «Männernummer» mit den Brüdern Schafhäutle, Steger und Leupold, mit dabei Intergold-Läuferin Katrin Bünter, die die Nummer einstudiert hatte. Sie inszenierte auch den Austropop-Hit «Fürstenfeld», wo Vereinsmeister Christof Steger das Dirndl-Madl spielte, umringt von Intersilber-Kolleginnen im zünftigen «Krachledernen». Auch «Super Mario» alias Mario Ionian brachte mit seiner Shownummer das Publikum zum Lachen.

Traumnummern

Romantische Gefühle zeigten dagegen die 4.-Stern- und Interbronze-Läuferinnen. In einer verträumten Nummer interpretierten sie die Ballade «The Rose». Auch die Liechtensteinische Juniorenmeisterin Romana Kaiser, die im EVM trainiert, hatte sich für eine Traumnummer entschieden und begeisterte mit dem Leonard-Cohen-Song «Halleluja».

Show mit Hochleistungen

Als «special guests» waren dieses Jahr die erfolgreichen Geräteriegen des STV Kriessern eingeladen. Grün-Schwarz die Herren, im Matrosenlook die Damen, überzeugten sie mit Kraft und Schwung in perfekter Choreographie am Parallel- und Stufenbarren. Begeistert waren die Zuschauer auch von Gaststar Mario Ionian, dem Österreichischen Staatsmeister, der aus Feldkirch stammt, im Moment aber in Berlin trainiert und studiert. Viel Applaus gab es für sein Kurzprogramm mit Dreifach-Toeloop und Doppelaxel. Eine steil ansteigende Leistungskurve zeigen die mehrfachen Schweizer Meister im Eistanzen, Marie-Louise Leupold und Christof Steger. Mit ihrer Kür werden sie in drei Wochen an der SM in Lausanne erstmals in der Kategorie Junioren starten.

Eistanzen und Synchronlaufen

Nachwuchs-Tanzpaar Alina Klein und Maxim Kobelt leitete über zur Swing-Nummer der erwachsenen Eistänzer, die in rosa Fifties-Kleidern oder Hosenträgern und weissen Hüten das Eisfeld in einen Jazztanz-Schuppen verwandelten. Der EVM ist eine Keimzelle des Synchroneislaufs. Das stellte er wieder mit vier Synchronteams unter Beweis. Am Anfang der Laufbahn stehen die «Ice Spätzli», die im Dschungel-Look auftraten, und die alterslosen «Ice Goldies» mit ihrem Udo-Jürgens-Medley. Das Nachwuchsteam «Ice Spice» erlebt eine Hochblüte; zu Chart-Hits von Caro Emerald kamen 22 junge Synchronläuferinnen aufs Eis. Letzter Höhepunkt der Show waren die «Ice Storms», die mit einem Flamenco ihr Können unterstrichen.

Mit Stolz konnte Elsbeth Bünter auf ihre Zeit als OK-Präsidentin zurückblicken, als sie im grossen Finale unter Applaus verabschiedet wurde.