Von der Glühbirne bis zur Dose

Die Galerie Art dOséra zeigt auf der Rheininsel vom 1. bis 17. Mai auf 400 Quadratmetern Arbeiten des Rheintaler Künstlers Willi Keller.

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DIEPOLDSAU. Der Künstler führt seinen Pinsel intuitiv. Bis sein Motiv erscheint. Und so finden sich auf seinen Leinwänden auch Dinge, die auf Leinwänden nur selten zu finden sind: Alltagsgegenstände wie Stühle, Strandgut, leere Ehebetten oder volle Dosen.

Die Gratwanderung

Willi Kellers surreale Bilder sind eine Gratwanderung zwischen Zeigen und Verbergen. Sie weisen den Dingen eine Logik zu, die den Gesetzen der gewöhnlichen Wahrnehmung widerspricht und das Denken in Bewegung setzt. Dann etwa, wenn die Glühbirne in den Wolken schwebt, die schwere Eisenkugel über den Boden hüpft oder durchscheinende Pilze aus dem Moos ans Tageslicht drängen. Und so bleibt auch der Inhalt von Kellers Dose ein Geheimnis. Selbst wenn das Bild gut ausgeleuchtet im hellen Ausstellungsraum der Galerie Art dOséra hängt. Keller hat die Dose 2013 gemalt, bevor Architekt Willi Lässer im ersten Stock der ehemaligen Sandherr-Dosenfabrik auf 400 Quadratmetern eine jurierte Galerie einrichtete. Die «Doosera», wie das Gebäude von ehemaligen Mitarbeitenden genannt wird, atmet den Charme der Industriegeschichte. (pd)

Ausstellungseröffnung: Freitag, 1. Mai, 19 Uhr. Öffnungszeiten: Sa 17 – 20 Uhr, So 11 – 16 Uhr. So, 10. Mai, 11 Uhr: öffentliche Führung mit Willi Keller. So, 17. Mai, 15 Uhr: Finissage. Galerie Art dOséra, Rheinstäpflistrasse, Diepoldsau, www. willikeller.ch, www.artdosera.ch